Klinikchefs wollen Demut üben
Frühchen Geschäftsführer verteidigen spezialisierte Behandlungszentren
Im Untersuchungsausschuss: der frühere Chefarzt der Kinderklinik des Klinikverbundes-Nord, Hans-Iko Huppertz (links), mit seinem Anwalt Wolf-Martin Nentwig BILD: dpa 
von Sönke Möhl
Bremen - Die entscheidenden Fragen zum Tod mehrere Frühchen im Bremer Klinikum Mitte bleiben nach wie vor unbeantwortet. Im Untersuchungsausschuss haben die Geschäftsführer zu konkreten Abläufen im Zusammenhang mit dem tödlichen Keimausbruch geschwiegen.
Die Konzentration der Betreuung von Frühgeborenen im Klinikum Mitte sei aus wirtschaftlicher und qualitativer Sicht richtig, sagte der kaufmännische Geschäftsführer der Klinik, Robert Pfeiffer, am Donnerstag als Zeuge im Ausschuss. Die Klinik erhöhte dazu die Zahl der Betten auf der Frühchenstation von zwölf auf 16.
Im vergangenen Jahr wurden dort dann mehrere Babys mit Klebsiella-Bakterien infiziert, drei starben daran. Nach dem Keimausbruch und der vorübergehenden Schließung der neonatologischen Intensivstation war die Frage aufgeworfen worden, ob die Konzentration der Betreuung von Frühgeborenen auf eine Klinik richtig war.
Nach Ansicht des kaufmännischen Geschäftsführers muss zwischen den Vorteilen einer Konzentration bestimmter Leistungen auf wenige Standorte und längeren Fahrtzeiten für Patienten und Eltern abgewogen werden. Auch die für Pflege verantwortliche Geschäftsführerin, Daniela Wendorff, plädierte für spezialisierte Zentren.
Bei den Fragen an die beiden Geschäftsführer ging es immer wieder darum, ob auf der Station ausreichend Personal vorhanden war. Dazu äußerten sich die Zeugen allerdings nicht.
Pfeiffer verwies aber auf Änderungen im Hygienemanagement nach dem Keimausbruch. Es habe Probleme gegeben. „Es gibt einiges zu beheben und es gibt auch alle Gründe für uns, in dieser Frage ein Stück Demut zu üben.“
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