BREMEN, 18. Februar 2012


Staatsanwalt kritisiert Bremer Gesundheitsbehörde

Frühchen Senatorin Jürgens-Pieper habe erste Befragungen verhindern wollen


dpa

Bremen - Die Bremer Gesundheitsbehörde hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft den Start der Ermittlungen zum Tod mehrerer Frühchen in einer Klinik verzögern wollen. Senatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) habe ihn vor der ersten eilig anberaumten Pressekonferenz im November telefonisch gebeten, seine Fragen an die Verantwortlichen zunächst zurückzustellen, sagte Staatsanwalt Uwe Picard am Freitag im parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Bremen.

Die Klinikleitung und die Gesundheitsbehörde hatten Anfang November die Öffentlichkeit über die tödliche Infektionswelle im Klinikum Mitte informiert. Picard sei sofort zur Klinik gefahren, um Geschäftsleitung und Ärzte vor der Pressekonferenz zu befragen. Die Senatorin habe ihn jedoch angerufen, um dies zu dem Zeitpunkt zu verhindern – ohne Erfolg. Picard bezeichnete das Verhalten der Gesundheitsbehörde als befremdlich. Nach dem 7. November hatte er den Fall abgegeben. Der Untersuchungsausschuss befragte außerdem den heute zuständigen Staatsanwalt. Dafür schloss er die Öffentlichkeit aus. Der Hygiene-Chef hatte zuvor die Aussage verweigert. Der im November 2011 entlassene Chef der Frühchenstation war möglicherweise während des Keimausbruchs offiziell nicht mehr der hygieneverantwortliche Arzt des Krankenhauses. Die schriftliche Vereinbarung über die unentgeltliche Zusatzaufgabe war am 31. März ausgelaufen, wie eine Sprecherin des Klinikverbundes Gesundheit Nord bestätigte.

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