Bahn-Gegner fordern Mitspracherecht
Protest Bürgerverein Ofenerdiek ruft zu Monatsdemos auf – Fast 200 Zuhörer im rappelvollen Saal
Voller Saal: Bürgervereinsvorsitzender Hans-Gerd Tabke (stehend) spricht zur Bürgerversammlung. BILD: Patrick Buck 
von Patrick Buck
Ofenerdiek - Es will schon etwas heißen, wenn fast 200 Menschen am Vorabend eines Feiertags bei bestem Grillwetter lieber diskutieren, als sich im Garten zu entspannen. Doch bei vielen Ofenerdiekern ist die Befürchtung zu groß, dass wegen des Bahnlärms bald keine Ruhe mehr in den Gärten zu finden ist. Am Donnerstagabend lud der Bürgerverein Ofenerdiek (BVO) in den Ofenerdieker Krug, um seine Forderungen vorzustellen und zur Teilnahme an Protestaktionen aufzurufen. Am 2. Mai (19 Uhr, Parkplatz Edeka-Neukauf, Am Stadtrand 14) plant der BVO, bei der ersten von vielen sogenannten Monatsdemos den Unmut der Bahnanlieger noch mehr ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. „Wir wollen Mitspracherecht einfordern“, sagte der BVO-Vorsitzende Hans-Gerd Tabke. Man könne etwas bewirken, „aber dafür brauchen wir den Rückhalt aus der Bevölkerung“, versuchte er die Zuhörer im rappelvollen Saal zu motivieren.
Der zweite BVO-Vorsitzende Bodo Gerdes brachte die Gäste dann mit einer Präsentation auf den neuesten Stand der Entwicklungen rund um die Bahnstrecke. Er schloss mit den Forderungen des BVO nach umfassendem Lärmschutz, einer Verbesserung des Verkehrsflusses an den Bahnübergängen durch zusätzliche Fahrspuren sowie einer Unterführung für die Straße Am Stadtrand.
Für letzteres präsentierte Gerdes bereits konkrete Vorschläge, deren Umsetzung die Verwaltung nach Ansicht des Bürgervereins anstreben soll. Unterstützung erfährt der BVO dabei auch von den ansässigen Kaufleuten. „Wir sind abhängig von einer einwandfreien Verkehrsführung“, sagte Hilbert Schoe, Vorstandsmitglied des Gewerbevereins Hugo. Ohne die Unterführung sei man abgeschnitten.
Während die Pro-Liste des BVO zu dieser Baumaßnahme sehr lang ausfiel, verwiesen einzelne Zuhörer auch auf die Kontras. So meinte Christian Röhlig von der Interessengemeinschaft der Bahnanlieger in Oldenburg (IBO), dass man lieber weiter auf eine Umgehungstrasse pochen sollte. Eine ähnliche Ansicht vertrat auch Herbert Behrens, für die Linken im Bundestag und für Verkehrsthemen im Norden zuständig. Er verstehe, dass man nun nach pragmatischen Lösungen vor Ort suche. Eine Streckenführung um Oldenburg herum halte er aber weiter für die bessere Alternative.
Aktuelle Informationen zum Bahnlärm in Oldenburg finden Sie in unserem NWZ-Spezial.
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