OLDENBURGER, 17. Mai 2011


Zwischen Stadt und Region scharfer Ton

Bahnumgehung Forderung und Mahnung


von Michael Exner

Oldenburger - In der Debatte um den Jade-Weser-Port wird der Ton zwischen Stadt und Umland schärfer. Während die Interessengemeinschaft der Bahnanlieger (IBO) die Forderung nach einer Umgehungstrasse bekräftigt, mehren sich die kritischen Stimmen aus der Region.

Die IBO wehrt sich gegen den Vorwurf, die Stadt wolle ihre Probleme ins Umland verlagern. Man biete den Nachbarn an, beim „Lösungsweg mitzumachen“, heißt es in einer Erklärung. „Wenn nicht, werden die Oldenburger ihr Problem im Wesentlichen auch ohne die Nachbarn lösen, nämlich durch eine Güterbahntrasse, die zu 95 Prozent auf Oldenburger Gebiet liegt“.

Die Wesermarsch werde durch eine Umgehung auf Oldenburger Gebiet nicht berührt, antwortet die IBO deren Landrat auf dessen Kritik. „Auch dem Oberbürgermeister von Wilhelmshaven hätte etwas mehr Zurückhaltung besser angestanden.“ Kein Mensch plane eine Umgehung auf Wilhelmshavener Gebiet – „was soll also das Tamtam aus Wilhelmshaven?“ Oldenburg nehme den Jade-Weser-Port auch nicht zur Geisel. Eher sei dies umgekehrt. Einige von dessen Befürwortern nähmen 20 000 lärmgeplagte Oldenburger Bürger zu Geiseln.

Und der Landrat des Ammerlandes scheine unrichtig informiert zu sein: Die Züge führen sowieso durch Ras­tede. Daran wird eine Umgehungsbahn in Oldenburg nichts ändern. Es sei denn, Ammerland schließe sich mit Oldenburg und Friesland zu einer großen Lösung zusammen, um eine Umgehung aus einem Guss entlang der A 29 zu verwirklichen. IBO-Fazit: Die Stadt Oldenburg sollte sich dringend mit den Umlandgemeinden zusammensetzen und dabei auch die Bürgerinitiativen beteiligen

Frieslands Bundestagsabgeordnete Karin Evers-Meyer zog am Montag eine direkte Verbindung zwischen Elektrifizierung und Lärmschutz und mahnte die Verantwortlichen der Stadt, endlich mit einer Stimme zu sprechen. „Oldenburg muss den Weg frei machen für die Elektrifizierung der Bahnstrecke nach Wilhelmshaven“, sagte sie. „Solange sich die Stadt nicht auf ein Ausbaukonzept einigt, legt das Verkehrsministerium die weiteren Pläne für die Elektrifizierung auf Eis.“

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Oldenburgs OB Schwandner sei in der Pflicht, schnell für geschlossene Reihen zu sorgen. „Zur Zeit blockiert Oldenburg das Projekt. Wir brauchen Oldenburg aber“, sagte die Abgeordnete. „Der Nord-Westen muss weiterhin zusammenstehen, klare Positionen beziehen und Druck machen.“

Aktuelle Informationen zum Bahnlärm in Oldenburg finden Sie in unserem NWZ-Spezial.




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