Basketball-Liga Pro B:
Die kleine Kunst der Artland Dragons

Trotz dritter Liga haben die Artland Dragons einen Zuschauerschnitt auf Bundesliga-Niveau. Doch die Rückkehr ins Basketball-Oberhaus ist kein vorrangiges Ziel.

Quakenbrück Der große Basketball ist Vergangenheit. Die Gegner der Artland Dragons heißen nicht mehr Bayern München, Berlin oder Bamberg, sondern Iserlohn oder Itzehoe in der dritten Liga. Und doch ist in der kleinen Gemeinde im Landkreis Osnabrück fast niemand mehr traurig, dass in der Artland-Arena kein Bundesliga-Basketball mehr gespielt wird.

Um ein Haar wäre der Standort Quakenbrück nach dem Rückzug des Hauptsponsors Günter Kollmann komplett verschwunden. Dank einer Rettungsaktion von Sponsoren und Fans hat der Pokalsieger von 2008 vor knapp sieben Monaten immerhin die ProB-Lizenz der SG Braunschweig übernommen. „Die Fans und Sponsoren haben sich gewehrt, auch wenn es jetzt nur ProB ist“, erklärt der für den Neuaufbau zuständige Geschäftsführer Marius Kröger.

Auch Kröger ist neu im Artland. Mit 29 Jahren symbolisiert er die neuen jungen Dragons. „Es war schon eine verrückte Geschichte. Ich habe von dem Rückzug im Auto auf dem Weg zu einem Bundesligaspiel gehört“, berichtet der in Vechta geborene und damals in Bamberg tätige Kröger. „Und kurze Zeit später sitze ich hier.“

Die Profis aus der 1. Liga sind längst gegangen. Geblieben ist die Beliebtheit. Die Heimspiele sind selbst in der Drittklassigkeit fast immer ausverkauft. Knapp 2700 Zuschauer kommen im Schnitt in die Artland-Arena. Über so einen Rückhalt würden sich einige Bundesligisten freuen. „Das ist eine Luxus-Situation“, schwärmt Kröger.

Während die Dragons in der Bundesliga als kleines gallisches Dorf der 1. Liga die großen Favoriten ärgerte und ein Basketball-Märchen schrieb, sind die Niedersachsen inzwischen die Gejagten. „Jetzt sind wir die Großen. Jeder freut sich, uns zu sehen“, erklärt Kröger.

Im Vergleich zur Konkurrenz verfügt der Verein nach eigenen Angaben über höhere Einnahmen im Bereich Sponsoring und Zuschauer, hat dafür allerdings auch Mehrausgaben. „Bei Heimspielen haben wir teilweise noch den Bundesliga-Standard mit Cheerleadern, LED-Banden oder dem Fantalk“, erklärt Kröger. Der Etat soll bei rund 400 000 Euro liegen.

Irgendwann will der Club, der in der Saison 2014/15 noch im Eurocup aktiv war, in die zweitklassige ProA aufsteigen. „Daran arbeiten wir jeden Tag. Ein Aufstieg würde alles toppen“, sagt Dragons-Geschäftsführer. Mit Trainer Dragan Dojcin, als Profi in Trier und Berlin aktiv, ist der Verein als Fünfter auf Playoff-Kurs.

Geht es irgendwann zurück in die 1. Liga? „Es ist ganz schwer, einen Plan zu machen. In der Bundesliga haben kleinere Clubs wie Tübingen oder Bremerhaven große Probleme“, erläutert Kröger. „Vielleicht merken wir auch, dass die ProA das Maximale an einem Standort wie Quakenbrück ist.“

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02.01.2016
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