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In NBA wird bald deutsch gesprochen

Deutschland in stärkster Liga der Welt gut vertreten – Verzicht auf EM-Teilnahme

Aus Braunschweig wechselt der 19-jährige Dennis Schröder nach Nordamerika. Er gilt als Riesentalent.

Oldenburg Wenn am 30. Oktober die Spielzeit in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA beginnt, sind gleich fünf deutsche Profis mit dabei – so viele wie noch nie.

Neu in der stärksten Liga der Welt sind Elias Harris (Los Angeles Lakers) und Dennis Schröder (Atlanta Hawks). Tim Ohlbrecht (Philadelphia 76ers), der vor Jahren eingedeutschte Chris Kaman (Los Angeles Lakers) und natürlich Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks) verfügen dagegen schon über NBA-Erfahrung.

Besonders der Wechsel des Riesentalents Schröder wird in der deutschen Basketball-Szene aufmerksam verfolgt. „Dass ein 19-Jähriger direkt aus der Bundesliga in die NBA geht, hat viel mit der verbesserten Nachwuchsarbeit der Bundesligisten zu tun“, sagt Jan Rohdewald. Der 40-jährige Ex-Profi (er spielte unter anderem in Bamberg und Quakenbrück) ist Inhaber einer Agentur, die zahlreiche Profis berät – darunter die Nationalspieler Robin Benzing und Steffen Hamann. Junge deutsche Spieler, so Rohdewald, würden seit der Einführung der Nachwuchs-Bundesliga und der Junioren-Bundesliga vor einigen Jahren viel schneller an professionelle Verhältnisse herangeführt.

Davon profitierte auch Schröder, der die Jugendabteilung der Braunschweiger durchlief. Sein Bundesliga-Debüt feierte der Spielmacher in der Saison 2011/12 unter dem heutigen Oldenburger Trainer Sebastian Machowski, der die Braunschweiger von 2009 bis 2012 betreute. Der Wechsel in die NBA kam in diesem Sommer durch eine viel diskutierte Klausel zustande. Viele Spieler lassen sich in ihre Verträge eine Option einbauen (so tat es auch Schröder), damit sie im Falle einer Anfrage auch aus einem laufenden Vertrag heraus in die NBA wechseln dürfen. Ursprünglich hatte Schröder in Braunschweig noch einen Vertrag für die Saison 2013/14.

Für solche Klauseln waren jahrelang eher US-amerikanische Spieler bekannt, die sich während eines Europa-Engagements die Möglichkeit einer Rückkehr offenhalten wollten. „Diese Klausel ist inzwischen natürlich auch bei jungen deutschen Spielern ein Thema“, sagt Rohdewald – freilich ohne Namen zu nennen. „Ich würde doch einen Spieler schlecht beraten, wenn ich nicht auf so einer Klausel bestehen würde.“

Welchen Stellenwert ein NBA-Engagement für die Profis hat, wird beim Thema Nationalmannschaft deutlich: Alle fünf deutschen Spieler nehmen nicht an der EM in Slowenien (4. bis 22. September) teil, um sich stattdessen mit ihren Teams auf die neue Spielzeit vorzubereiten.

Foto Tim Ohlbrecht BILD: dpa dpa
Foto Elias Harris BILD: dpa dpa
Foto Dennis Schröder führt in einem Bundesligaspiel für Braunschweig den Ball. Der 19-Jährige spielt künftig in der NBA. BILD: dpa

Fünf deutsche Profis auf fünf                         verschiedenen wegen in die NBA

Dennis Schröder (19) hat in diesem Sommer den direkten Sprung in die NBA geschafft. Vom Bundesligisten Phantoms Braunschweig wechselte er zu den Atlanta Hawks. Tim Ohlbrecht (24) ging den Umweg über die so genannte NBA Development League. Dorthin, nämlich zu den Rio Grande Valley Vipers, wechselte er 2012 von den Frankfurt Skyliners. Anfang 2013 verpflichtete ihn das NBA-Team der Houston Rockets, für das Ohlbrecht dreimal auflief. Im Sommer nahmen ihn die Philadelphia 76ers unter Vertrag.
Elias Harris (24) stand 2006/07 im Kader des Erstligisten Karlsruhe, bestritt aber kein einziges Spiel. Bis 2009 war er beim Zweitligisten Speyer aktiv, ehe er zum Studium in die USA ging. Bis 2013 spielte er für die Gonzaga Bulldogs in der Collegeliga NCAA. In diesem Sommer unterschrieb er einen Zweijahresvertrag bei den Los Angeles Lakers in der NBA.
Chris Kaman (31) spielte schon einige Jahre in der NBA, ehe der Amerikaner vor den Olympischen Spielen 2008 aufgrund deutscher Vorfahren auch die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt. Er nahm an den Spielen in Peking teil, sein bislang letztes Länderspiel bestritt er 2011. Er spielt wie Harris bei den Los Angeles Lakers.
Dirk Nowitzki (35) wechselte 1998 vom Bundesliga-Aufsteiger Würzburg zu den Milwaukee Bucks, die ihn an die Dallas Mavericks weiterreichten. Wegen eines Streiks in der NBA kehrte er für einige Monate zurück und bestritt 16 Erstliga-Spiele für Würzburg. Seit Anfang 1999 spielt das deutsche Basketball-Idol nun ununterbrochen für die Mavericks.

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Hauke Richters

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21.08.2013
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