Eurocup:
Baskets-Träume zerplatzen jäh

Oldenburger scheiden nach 64:93-Heimpleite im Achtelfinale aus

Der Bundesligist agierte nervös und leistete sich zu viele Fehler. Die Fans feierten die Mannschaft am Ende trotzdem.

Oldenburg Die Hoffnung auf einen weiteren europäischen Festabend war groß, das Viertelfinale schien zum Greifen nah, doch die Träume der EWE Baskets Oldenburg zerplatzten jäh. Am Dienstagabend kassierte der Basketball-Bundesligist im Achtelfinal-Rückspiel des Eurocups gegen SIG Straßburg eine deutliche 64:93 (35:48)-Heimniederlage und schied trotz des Erfolgs im Hinspiel (78:76) aus.

Damit nahm eine furiose Oldenburger Europapokal-Saison ein ernüchterndes Ende. Vor 3148 Zuschauern in der ausverkauften kleinen EWE-Arena war die Mannschaft dem französischen Spitzenteam dabei klar unterlegen. Klemen Prepelic erzielte die meisten Punkte (13) für den Bundesliga-Dritten, der aber trotzdem von seinen Fans gefeiert wurde.

„Die Straßburger haben gezeigt, warum sie zuvor in der Euroleague gespielt haben. Sie waren heute in allen Belangen besser“, meinte Oldenburgs Trainer Mladen Drijencic, richtete aber aufmunternde Worte an sein Team: „Die Jungs können stolz auf das sein, was sie geleistet haben. Wir nehmen sehr viel aus dieser Eurocup-Saison mit.“

Die Oldenburger ließen sich nach einem ordentlichen Beginn (6:3/2. Minute) von den körperbetont zur Sache gehenden Franzosen den Schneid abkaufen. Beinahe jeder Angriff Straßburgs endete zu Beginn mit Punkten für die Gäste, die sich zum Ende des ersten Viertels deutlich auf 27:14 absetzten.

Die Baskets wurden immer nervöser und leisteten sich gleich sechs Ballverluste in den ersten zehn Minuten. Nach dem 16:33 (13.) sah sich Drijencic bereits genötigt, die zweite Auszeit zu nehmen, um seine gegen die aggressive Gäste-Deckung kopflos anrennenden Schützlinge wieder auf Kurs zu bringen. Und tatsächlich kämpften sich die Gastgeber mit Hilfe der frenetisch anfeuernden Zuschauer etwas heran, Scott Machado verkürzte per Dreier auf 31:39 (18.). Doch der Tabellenführer der französischen Liga konterte im Stile einer Klassemannschaft und baute seinen Vorsprung bis zur Pause wieder auf 13 Zähler aus (48:35). Vor allem Mardy Collins und Rodrigue Beaubois waren von den Oldenburgern nie zu kontrollieren. Die beiden Stars der Straßburger avancierten am Ende mit jeweils 16 Punkten zu den erfolgreichsten Werfern ihrer Mannschaft.

Zurück aus der Kabine versuchten die Baskets noch einmal alles, Vaughn Duggins’ Treffer zum 41:50 (22.) war jedoch nicht mehr als ein Strohfeuer. Die Gäste aus dem Elsass ließen sich nicht aus der Ruhe bringen und glänzten mit teilweise spektakulären Offensivaktionen. Nach 30 Minuten war die Entscheidung beim Stand von 73:49 längst gefallen, die Oldenburger Profis trotteten mit gesenkten Köpfen zur letzten Viertelpause.

Ein feines Gespür bewiesen die Baskets-Fans, die trotz des aussichtslosen Spielstands klatschten und sangen – es war der Dank für viele grandiose Europapokal-Abende in dieser Saison.


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Baskets-Träume zerplatzen jäh
Der Bundesligist agierte nervös und leistete sich zu viele Fehler. Die Fans feierten die Mannschaft am Ende trotzdem.
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02.03.2016
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