Baskets Nach Dem Eurocup-Aus:
Abhaken und weitermachen

Jetzt erst recht! Nach der vernichtenden Niederlage im Eurocup gegen Straßburg geht es für die Baskets am Sonnabend gegen Crailsheim weiter. Trainer Drijencic hofft auf eine Trotzreaktion.

Oldenburg Für das Fazit des Abends genügten Mladen Drijencic zwei Worte. „Das war’s“, sagte der Trainer der EWE Baskets Oldenburg nach dem Eurocup-Aus gegen SIG Straßburg und hing für einen kurzen Moment seinen Gedanken nach. Unmittelbar nach der 64:93-Abreibung hatte Drijencic noch sichtlich daran zu knabbern, dass der große Traum vom Viertelfinal-Einzug auf so brutale Art geplatzt war.

„Straßburg hat uns die Grenzen aufgezeigt“, sagte Drijencic, dessen Basketballer am Dienstagabend dem Tabellenführer der französischen Liga im Achtelfinal-Rückspiel hoffnungslos unterlegen waren und so den Vorteil vom knappen 78:76-Auswärtserfolg im Hinspiel aus der Hand gaben.

Kommentar: Allerbeste Werbung

Materiell gesehen hat den Baskets Oldenburg die erfolgreiche Europokalsaison nicht das Geringste gebracht. Das Erreichen des Eurocup-Achtelfinals taugt nicht für einen Eintrag im Briefkopf, finanziell ist der Wettbewerb wegen fehlender Siegprämien und TV-Gelder ein Verlustgeschäft. Gelohnt hat es sich für den Club dennoch.

Mit ihren tollen Auftritten gegen internationale Hochkaräter haben die Baskets allerbeste Werbung für die Stadt und sich selbst betrieben. Dass die kleine Arena im Rückspiel gegen Straßburg ausverkauft war, bewies überdies, dass sich das Oldenburger Basketball-Publikum auch für den Europapokal begeistern lässt. Allein dies war sämtliche Strapazen wert.

Der Frust über die verpasste Chance, erstmals in der Clubgeschichte ins Viertelfinale des Eurocups einzuziehen, stand auch den Spielern nach der Schlusssirene ins Gesicht geschrieben. „Wir sind sehr enttäuscht, wir wollten es unbedingt schaffen“, sagte Chris Kramer, der wie alle Baskets-Profis unter seinen Möglichkeiten blieb und verkrampft wirkte.

Kaum trösten konnte da die Anerkennung des Straßburger Trainers. „Oldenburg hat eine sehr gute Mannschaft. Im Hinspiel waren sie klar besser und hätten höher gewinnen können“, meinte Vincent Collet, der einräumte, nicht mit einer derartigen Leistungssteigerung seines Teams gerechnet zu haben.

Im Grunde genommen hatten die körperlich starken und selbstbewusst auftretenden Franzosen den Oldenburgern bereits in den letzten sechs Minuten des ersten Viertels den Zahn gezogen, als sie einen 7:8-Rückstand in einen deutlichen 27:14-Vorsprung verwandelten. Hiervon erholten sich die Baskets nicht mehr.

„Sie haben uns am Anfang auf die Fresse gegeben“, fasste Kramer derbe wie treffend zusammen, um dann sachlich zu analysieren: „Wir sind mit den ständig wechselnden Verteidigungsarten des Gegners überhaupt nicht zurechtgekommen. Wir haben viel zu viele Fehler gemacht.“

Doch bei aller Ernüchterung schwang in den Aussagen der Oldenburger auch der Stolz auf das Geleistete mit: „Wir hatten eine fantastische Eurocup-Saison mit tollen Momenten. Bei den Fans müssen wir uns für die super Unterstützung bedanken“, sagte Kramer. „Vorher hatte doch keiner damit gerechnet, dass wir überhaupt so weit kommen. Wir können mehr als zufrieden sein“, meinte Drijencic und richtete den Blick auf das kommende Bundesligaspiel an diesem Sonnabend (20.30 Uhr/große EWE- Arena) gegen Crailsheim: „Da müssen wir unseren Frust in positive Energie umwandeln.“

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Christopher Deeken

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