Basketball:
Oldenburger geben Sieg aus der Hand

Unnötige 74:76-Niederlage in Hagen – Baskets verspielen in Schlussphase 14-Punkte-Führung

Die Gäste hatte lange Zeit alles im Griff, ließen sich aber am Ende den Schneid abkaufen. Für Oldenburg war es die zweite Pleite in Folge.

Hagen/Oldenburg Als um ihn herum der kollektive Hagener Freudentaumel ausbrach, ließ sich Mladen Drijencic auf seinen Trainerstuhl fallen und pustete kräftig durch. Der Chefcoach der EWE Baskets Oldenburg war vollkommen bedient und rätselte wohl selbst darüber, wie seine Mannschaft einen sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand geben konnte.

Die Statistik zum Spiel

Hagen Klassen 17 Punkte/1 Dreier, Bell 15, Mann 15/1, Jefferson 10/3, Covington 9, Geske 5/1, Elliott 5/1, Hess, Grof. Oldenburg Prepelic 19/4, Qvale 17, Duggins 15/1, C. Kramer 12/1, Aleksan-drov 5/1, Machado 4, Smeulders 2, Wimberg, D. Kramer, Lockhart, Schwethelm. Rebounds Hagen 45/Oldenburg 38.
Ballverluste Hagen 10/Oldenburg 15.

Oldenburgs Bundesliga-Basketballer verspielten am Sonnabend in den letzten sieben Minuten eine 14-Punkte-Führung und verloren bei Phoenix Hagen mit 74:76 (41:39). Damit ist bei den Baskets die Euphorie nach sieben Siegen in Serie und dem Überraschungscoup im Spitzenspiel gegen Alba Berlin vor einer Woche erst einmal verflogen – in Hagen setzte es nach dem 80:93 gegen Trient im Eurocup unter der Woche die zweite Niederlage nacheinander.

Drijencic war der Ärger über die unnötige Pleite bei den in der Vergangenheit heimschwachen Westfalen auch auf der anschließenden Pressekonferenz noch anzumerken. Sein Fazit fiel kurz und kühl aus: „Wir haben das Spiel sehr lange kontrolliert. Die Dreier und die langen Rebounds sind die Stärken von Hagen, dagegen haben wir nicht konsequent genug gearbeitet. Deshalb haben wir verdient verloren.“

Obwohl sie den Ausfall des angeschlagenen Kapitäns Rickey Paulding verkraften mussten, hatten die Baskets in der mit 2865 Zuschauern gefüllten Ischeland-Halle lange Zeit alles im Griff. Nach einer 18:9-Führung ließen die Gäste die Hausherren bis zur Pause zwar wieder auf zwei Zähler herankommen, setzten sich aber nach Wiederbeginn deutlich ab.

Vaughn Duggins und Brian Qvale, mit 22 Punkten am Ende bester Oldenburger Werfer, nahmen das Heft in die Hand – Mitte des dritten Viertels war die Führung auf 53:45 angewachsen. Nach einem Mitteldistanzwurf von Duggins betrug der Vorsprung sogar 14 Zähler (67:53/33.), ehe die Partie eine unerwartete Wendung nahm.

Die Hagener begannen die Oldenburger nun schon im Aufbau mit zwei Spielern unter Druck zu setzen und brachten die Gäste damit aus dem Konzept. Baskets-Spielmacher Scott Machado strahlte wenig Sicherheit aus, der 25-Jährige leistete sich insgesamt sechs Ballverluste.

Hagens Brandon Jefferson setzte mit zwei schnellen Dreiern das Signal zur Aufholjagd der Hagener, die angetrieben von ihren Fans Punkt um Punkt verkürzten. Jefferson war es schließlich auch, der die Gastgeber mit einem Dreier acht Sekunden vor dem Ende zum umjubelten Sieg warf.

Zurück blieben frustrierte Oldenburger, die an diesem Mittwoch (20.30 Uhr) im Eurocup bei Bilbao in Spanien antreten. „Vielleicht haben wir uns nach der hohen Führung etwas zu sicher gefühlt“, meinte Duggins und sagte mit Blick auf die kopflose Spielweise in der Schlussphase: „Einige Spieler haben sich von der hitzigen Atmosphäre beeindrucken lassen. Wir waren etwas verängstigt – das kann passieren, wir werden daraus lernen.“


     www.nwzonline.de/ewebaskets 

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Christopher Deeken

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