Baskets Oldenburg Im Eurocup:
Spielmacher außer Dienst gibt nicht auf

Spielmacher Scott Machado muss häufig zuschauen. Der 25-Jährige ist mit seiner Leistung selbst nicht zufrieden. Künftig will er auf dem Parkett weniger nachdenken. Heute Abend ist er im Eurocup gegen Valencia im Einsatz.

Oldenburg/Valencia Reichlich entspannt traten die Basketballer der EWE Baskets Oldenburg am frühen Dienstagmorgen ihre Reise in den Süden an. Weil der Bundesligist nach einer furiosen Europapokalsaison als sicherer Gruppensieger bereits für das Achtelfinale im Eurocup planen kann, gerät das abschließende Zwischenrundenspiel beim spanischen Spitzenteam Valencia Basket an diesem Mittwoch (20.40 Uhr) für den deutschen Pokalsieger zu einem reinen Schaulaufen.

Scott Machado dürfte es besonders freuen, sich gegen Spaniens Tabellenführer auf höchstem internationalen Niveau beweisen zu können. Denn im Eurocup ist dem Aufbauspieler der Baskets ein Einsatz gewiss – anders als in der Bundesliga, wo sich der US-Amerikaner häufiger als ihm lieb ist in der Zuschauerrolle wiederfindet.

Weil die Oldenburger sieben ausländische Spieler im Kader haben, in der Liga aber nur – anders als im Eurocup – sechs auflaufen dürfen, muss ein Legionär zuschauen. Häufig trifft es Machado, auch am vergangenen Sonnabend beim Heimsieg gegen den Tabellenletzten aus Weißenfels (103:81) war der 25-Jährige wieder mal ein Spielmacher außer Dienst.

„Natürlich bin ich enttäuscht, wenn ich nicht spielen darf“, sagte Machado, der deswegen aber nicht den Stinkstiefel raushängen lässt: „Das ist eine Entscheidung des Trainers, und die akzeptiere ich voll und ganz.“

Der Trainer, das ist Mladen Drijencic. Der 50-Jährige muss Woche für Woche abwägen, welchen seiner Schützlinge er draußen lässt. Keine angenehme Aufgabe, wie er einräumt. „Das fällt mir nicht leicht. Aber ich versuche, dem betreffenden Spieler immer zu erklären, dass es keine Entscheidung gegen ihn, sondern für einen anderen ist. Das ist ein Unterschied“, erläuterte Drijencic und betonte: „Alle Spieler tragen die Situation mit, die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gut.“

Dass der aus Estland geholte Machado die Erwartungen in Oldenburg bisher nicht erfüllen konnte, hängt vor allem mit dessen Verletzungspech im Sommer zusammen. Wegen hartnäckiger Beschwerden verpasste der Ex-NBA-Spieler die komplette Vorbereitung und kehrte erst ins Mannschaftstraining zurück, als die Saison bereits im vollen Gange war und die Baskets in Klemen Prepelic bereits einen Ersatz verpflichtet hatten. „Scott hatte durch die lange Verletzung einen großen körperlichen Rückstand. Durch die vielen Eurocup-Spiele konnte er nicht so viel trainieren“, erklärte Drijencic.

Der Slowene Prepelic ist zwar kein Spielmacher wie Machado, hat sich aber als Dreierschütze unverzichtbar gemacht. „Dass wir Klemen bekommen konnten, war ein Glücksfall. Er ist eine Bereicherung für die ganze Liga“, meinte Drijencic.

Wenn Machado auf dem Parkett steht, wirkt es oft so, als verkrampfe der US-Amerikaner beim Versuch, es unbedingt allen zeigen zu wollen. Bei seinem unglücklichen Auftritt im Eurocup gegen Thessaloniki etwa stand Machado die Verzweiflung teilweise ins Gesicht geschrieben. „Ich darf mir nicht mehr so viele Gedanken machen, ich muss einfach Basketball spielen“, sagte der 25-Jährige, der zuletzt aufsteigende Form bewies und etwa gegen Limoges mehrere starke Szenen hatte.

Auch Drijencic machte seinem Spielmacher Mut: „Scott wird besser und besser. Ich bin mir sicher, dass er spätestens bei den Playoffs auf dem Level sein wird, auf dem wir ihn gerne hätten.“

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