Eurocup:
Trickserei der Baskets löst Wirbel aus

Kein Wurfversuch im letzten Angriff: Die Niederlage gegen Ljubljana hinterlässt einen faden Beigeschmack. An diesem Freitag geht es gegen Göttingen.

Oldenburg Am Donnerstagmittag verschickten die EWE Baskets Oldenburg ihre Pressemitteilung zum Heimspiel in der Basketball-Bundesliga gegen die BG Göttingen an diesem Freitag (18.15 Uhr/große EWE-Arena). Darin ging es um die Oldenburger Chancen zur Teilnahme am BBL-Pokal, den Gesundheitszustand der angeschlagenen Chris Kramer und Nemanja Aleksandrov, die Bilanz gegen die Südniedersachsen und den kürzlich nach Göttingen zurückgekehrten Spielmacher Khalid El-Amin.

Die tags zuvor erlittene Niederlage im Eurocup gegen Olimpija Ljubljana wurde mit keiner Silbe erwähnt. Die Baskets wollten am liebsten den Mantel des Schweigens über den internationalen Vorrundenabschluss decken, der am Mittwochabend einen äußerst faden Beigeschmack hinterlassen hatte.

Kommentar: Modus überdenken

Man muss nicht lange um den heißen Brei herum reden: Die Baskets haben am Mittwochabend ein ganz schwaches Bild abgegeben. Wer eine Partie absichtlich verliert – nichts anderes war gegen Ljubljana der Fall – tritt nicht nur den Fairnessgedanken im Sport mit Füßen, sondern veräppelt auch den zahlenden Zuschauer.

Andererseits steckten die Baskets in einem Dilemma, weil sie nur mit einer Niederlage die strapaziösen und kostspieligen Reisen ins tiefste Russland vermeiden konnten. Deshalb sollte der Modus des Eurocups überdacht werden. Wenn die Gruppen in der Zwischenrunde ausgelost würden, gäbe es keinen Anlass mehr für unsportliche Tricksereien.

Für die bereits vor dem Spiel für die Zwischenrunde qualifizierten Oldenburger ging es gegen die Slowenen einzig um die Frage, ob sie ihre Gruppe auf Platz drei oder vier beenden würden. Für Rang drei wäre ein Sieg nötig gewesen, die Gegner in der Runde der letzten 32 hätten in diesem Fall Unics Kazan, Nizhny Nowgorod sowie Maccabi Tel Aviv gelautet. Auf weite Reisen nach Russland und Israel verspürten die Oldenburger aber offensichtlich so gar keine Lust – anders ließ sich ihre Passivität am Ende des Spiels nicht interpretieren.

Beim Stand von 75:77 hatten die Baskets noch genügend Zeit für einen letzten Angriff, der zur Verlängerung oder zum Sieg hätte führen können. Der Ball geriet in die Hände von Jan Niklas Wimberg. Der 19-Jährige machte allerdings keinerlei Anstalten auf den Korb zu werfen, sondern ließ Sekunde um Sekunde verstreichen – als er schließlich zu Rickey Paulding passte, war die Spielzeit abgelaufen und die Niederlage perfekt. Dass Wimberg anschließend feixend zur Bank lief, mag man mit dessen Unerfahrenheit entschuldigen können, zeigte aber deutlich, dass die Baskets kein Problem mit dem Ausgang der Begegnung hatten.

Als Vierter trifft Oldenburg in der Zwischenrunde ab dem 5. Januar auf Valencia Basket (Spanien) und PAOK Saloniki (Griechenland), aus der Königsklasse kommt entweder Armani Mailand (Italien) oder CSP Limoges (Frankreich) hinzu. Die Entscheidung hierüber fällt an diesem Freitag.

Durch das Ergebnis in Oldenburg schauten die Mannschaft von JSF Nanterre in die Röhre. Die Franzosen waren zum Weiterkommen auf eine Niederlage Ljubljanas angewiesen gewesen.

Während Baskets-Trainer Mladen Drijencic nach dem Spiel erklärte, dass der finale „Spielzug“ anders geplant gewesen sei, wurde die Aktion in den sozialen Netzwerken und Basketball-Foren im Internet unter den Oldenburger Fans heiß diskutiert. Dabei gingen die Meinungen weit auseinander, sie reichten von „clever“ über „zu auffällig“ bis „grob unsportlich“.

Die Euroleague, Ausrichter des Eurocups, teilte am Donnerstagabend auf NWZ -Anfrage mit, dass bei ihnen keine Beschwerde aus Nanterre eingegangen sei.


     www.nwzonline.de/ewebaskets 

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Christopher Deeken

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