Witzleben-Gutshaus bekommt neue Hülle
Bauten aus der Vergangenheit zu erhalten ist zum einen ein kultureller Auftrag aber auch ein Markt für das Handwerk, Voraussetzung sind handwerkliches Können und restauratorische Verantwortung.
Das ehemalige Abthaus des Huder Klosters zu restaurieren und zu erhalten ist das gemeinsame Ziel von Experten - einer ausgewählte Gruppe von Handwerkern, Architekten und Statikern sowie Behörden und Denkmalschützer. Für die Bauherrin und Eigentümerin Margaretha von Witzleben ist die Wiederherstellung des Gebäudes einerseits ein Segen, andererseits aber auch eine Kraftakt, der noch bis zum Spätherbst andauern wird.
Im Jahre 1232 gründeten in Hude die Zisterziensermönche das Kloster, das bis zum Jahr 1536 bestand, danach verfiel und viele Jahre als Steinbruch diente. Im Jahre 1650 übernahm die Familie von Witzleben das Anwesen und lebt seit dieser Zeit in Hude. Das Herrenhaus, das älteste noch bewohnte Wohnhaus im Landkreis Oldenburg, zeigt deutlich die Spuren der Zeit.
Nun werde die äußere Hülle in Absprache mit der Bauherrin und dem staatlichen Denkmalschutz denkmalgerecht restauriert, nannte Bauleiter Arthur Saatoff, vom Architektenbüro Angelis und Partner aus Oldenburg, das festgeschriebene Ziel.
Die „Außenhaut“ bestehe aus dem Putz, den Fenstern und Türen sowie dem Dach mit den Schornsteinen. Das Besondere an den benötigten Werkstoffen sei das Alter, keine neuzeitlichen Materialen sondern historische Baustoffe würden verwendet, erklärte Saatoff, dafür würden Materialien mit ähnlichen bauphysikalischen Eigenschaften von Spezialisten hergestellt.
Da das Abthaus aus dem Jahr 1330 und die nachträglich gebauten Flügel etwa aus dem Jahr 1800 stammten, müssten schon hier ganz unterschiedliche Baustoffe eingesetzt werden. Der Kernbau bestehe aus Klosterformat-Ziegeln so wie auch das Fundament der beiden neueren Bauten, doch darauf seien dünnformatige Ziegel gebaut worden.
„Von der Altsubstanz erhalten wir soviel wie eben möglich“, sagt der Experte für Denkmalpflege. „Jede Fläche hier ist historischer Bestand, da lohnt sich auch jeder Aufwand“. Viel Zeit und Geduld sei erforderlich um ein gelungenes Resultat zu erzielen.
Der Ablauf könne hier nicht wie ein Neubau geplant werden, erklärt Bauleiter Saatoff. „Geplant wird während der ganzen Phase der Restaurierung, das richtet sich danach, was wir noch finden“.
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