Oldenburger Polizei verhindert Rocker-Krawalle
GROßEINSATZ Rund 1000 Beamte halten 700 „Bandidos“ und „Red Devils“ in Schach
Kontrolle: In der Bleicherstraße überprüfte die Polizei am Sonnabend die Besucher der „Red-Devils“-Party. BILD: LUKAS LEHMANN 
VON RAINER DEHMER
Oldenburg - Die Strategie der Polizei ging auf: Mit einem Großaufgebot von mehreren Hundertschaften ist es am Wochenende gelungen, ein Aufeinandertreffen der beiden verfeindeten Motorradclubs „Bandidos“ und „Red Devils“ zu verhindern. Den etwa 700 angereisten Mitgliedern und Sympathisanten der Gruppen standen mehr als 1000 Beamte gegenüber.
„Es gab keine Probleme“, sagte ein Polizeisprecher nach dem bislang größten Rocker-Einsatz in Oldenburg. Bei der Großrazzia am Freitagabend in den Clubhäusern und bei Autokontrollen am Sonnabend stellte die Polizei rund 150 Waffen sicher. Gefunden wurden unter anderem Messer, Baseballschläger, Gaspistolen, Elektroschocker, Schlagstöcke und Armbrüste mit Pfeilen.
Anlass für das Rockertreffen war die Motorrad-Show in der Weser-Ems-Halle. Dort präsentierten sich die „Bandidos“ bereits zum dritten Mal mit einem Stand. Eine Stand-Anfrage der „Red Devils“ hatten die Veranstalter der Messe nach Rücksprache mit der Polizei abgelehnt. Daraufhin luden die „Devils“ für Sonnabend-Abend bundesweit ihre Anhänger zu einer Party („To Hell and back“) in die Clubräume an der Bleicherstraße ein. Parallel dazu mobilisierten auch die „Bandidos“. Ihre Feier stieg an der Alexanderstraße.
Oldenburg umkämpft
Die „Red Devils“ gelten als Unterstützer der „Hells Angels“. Zwischen „Bandidos“ und „Hells Angels“ besteht schon seit Jahren eine blutige Fehde. Es geht dabei nach Polizeiinformationen über die Vormachtstellung im Rotlichtmilieu und Drogenhandel. Oldenburg gilt als besonders umkämpft. Im Gegensatz zu anderen niedersächsischen Städten sind hier „Bandidos“ (landesweit zwei Stützpunkte) und „Red Devils“ (17 Clubs) vertreten.
Um ein Zeichen zu setzen, ließ die Polizei bereits am Freitagabend die Clubhäuser der Rocker von einem Spezialeinsatzkommando (SEK) durchsuchen (NWZ berichtete). Zu dem Zeitpunkt hielten sich etwa 70 Rocker in den jeweiligen Standorten auf.
Ein Mann wurde festgenommen. Gegen ihn lag ein Haftbefehl wegen eines Drogendelikts vor. Eingreifen mussten auch die Sanitäter. Ein Rocker hatte während der Razzia einen Asthma-Anfall erlitten.
Die Polizei erteilte den Rockern für das Wochenende lokale Aufenthaltsverbote, damit es zu keinem Aufeinandertreffen der Gruppen kommt. So durften die „Red Devils“ z.B. nicht in die Nähe der Weser-Ems-Halle. Die Innenstadt war für beide Seiten tabu. Daran hielten sich auch alle, wie die zahlreichen Polizeikontrollen bestätigten.
Hells Angels dabei
Zu den Partys am Sonnabend kamen Rocker aus ganz Norddeutschland, dem Ruhrgebiet und dem Ausland. Unter den 200 Besuchern der „Bandidos“-Fete befanden sich auch Rocker aus Finnland. Gäste aus Holland, Belgien und der Schweiz begrüßten die „Red Devils“. Vertreten im mit 500 Menschen gefüllten Clubhaus waren auch Abordnungen der Hells Angels aus Bremen und Hannover. Laut Polizei blieb es bei den Partys ruhig. Gleiches gelte für das vorausgegangene Treffen von „Red Devils“-Präsidenten im Ofenerdieker Lokal „Zum Schiefen Stiefel“.
Aufregung gab es nur einmal kurz wegen eines Feuerwehreinsatzes im Clubhaus der „Bandidos“. Der gemeldete Gasalarm erwies sich jedoch als Falschmeldung.
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