BOOKHOLZBERG, 11. Februar 2010


„Schließung hinterlässt Lücke“

ZUM BOOKHOLZBERG Ehepaar Krafft gibt Gaststätte auf – Letzter Tag am 28. Februar


Bild

Prägt schon lange das Ortsbild in Bookholzberg mit: Die Gaststätte zum Bookholzberg. Das Bild zeigt eine Aufnahme vor dem Zweiten Weltkrieg. BILD: ARCHIV Bild vergrößern

EINE INVESTORENGRUPPE HAT DAS GRUNDSTÜCK UND DAS GEBÄUDE GEKAUFT. DORT SOLL EIN WOHN- UND GESCHÄFTSHAUS ENTSTEHEN.

VON KERSTIN KEMPERMANN

Bookholzberg - „Das ist eine Katastrophe für Bookholzberg“, sagt Bastian Heße, kommissarischer Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft „Wir in Bookholzberg“ (WiB), zum Aus für den Gasthof „Zum Bookholzberg“. Auch Edeltraud Mietrach vom Beirat des Orts- und Heimatvereins sagt: „Das ist für Bookholzberg ein Verlust.“

Am Sonntag, 28. Februar, soll die Gastwirtschaft zum letzten Mal geöffnet werden. Das teilte das Wirte-Ehepaar Gabi und Hugo Krafft mit. Sie hatten den Betrieb vor fünf Jahren von Hugo Kraffts Eltern übernommen. 57 Jahre wurde die Gaststätte von der Familie Krafft geführt. Bis zum 28. Februar gehe der Betrieb aber ganz normal weiter, betont Gabi Kraft.

„Die alteingesessenen Bookholzberger sind mit dieser Gaststätte groß geworden“, erklärt Mietrach auch die emotionale Bindung an das Gasthaus. Es sei eine Traditionsgaststätte. Deshalb sei es sehr schade, dass das alte Gebäude jetzt aus dem Ortsbild verschwinde.

„Von der Taufe, über Hochzeiten bis zur Beerdigung – Familienfeiern wurden in Bookholzberg traditionell bei Krafft gefeiert“, beschreibt Heße die Lücke, die die Schließung der Gaststätte hinterlassen wird.

Eine Investorengruppe hat das Grundstück und das Gebäude gekauft. An der Stelle des Gasthofes soll ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Die Eigentumswohnungen sollen altersgerecht sein und mit Fahrstühlen ausgestattet werden, teilt das Wirtepaar mit. „Es fehlen noch Geschäfte in Bookholzberg“, findet Heße. Insofern sei dies eine akzeptable Lösung.

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Gabi und Hugo Krafft betonen: „Wir müssen nicht, sondern wir wollen verkaufen.“ Die Gastwirte wollen in Hekeln – sieben Kilometer von Bookholzberg entfernt – einen Neuanfang wagen. Dort wollen sie auf einem alten Bauernhof einen Biker-Treff einrichten.

„Ich kann verstehen, dass Hugo Krafft die Gaststätte verkauft hat“, sagt Heße. Die notwendige Sanierung des Gebäudes wäre sehr teuer geworden. Die WiB müsse sich nun aber leider nach einem neuen Raum für ihre Treffen umsehen. Für die Jahreshauptversammlung am 10. März habe Krafft aber zugesichert, die Gaststätte noch einmal zu öffnen. Grundsätzlich müssen viele Bookholzberger Vereine nun überlegen, wo sie sich zukünftig treffen. „Krafft war einfach immer das Versammlungslokal“, so Mietrach.


 



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