Rocker in Oldenburg bekommen Waffen zurück
RAZZIA 150 Messer, Gaspistolen und Schlagstöcke ausgehändigt – Polizei ermittelt nur in zwei Fällen
VON RAINER DEHMER
Oldenburg - Die verfeindeten Motorradclubs „Bandidos“ und „Red Devils“ haben ihre Waffen wieder zurück: Von den 152 Ende Januar bei der Großrazzia sichergestellten Messern, Schlagstöcken und Gaspistolen behielt die Polizei nur zwei Waffen ein.
Alle anderen Waffen konnten die Rocker in den vergangenen Tagen auf der Dienststelle am Friedhofsweg abholen. In der dortigen Asservatenkammer liegen noch ein Faustmesser und ein sogenanntes Nunchaku (Würgeholz). „Hier handelt es sich um verbotene Waffen“, erklärt Polizeisprecher Markus Scharf. Deshalb werde in diesen Fällen wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Bei den sichergestellten Armbrüsten sei dies nicht der Fall. Der Besitz sei nicht strafbar. Um eine Armbrust zu kaufen, reiche der Nachweis der Volljährigkeit.
Post von der Stadt Oldenburg bekommen aber 18 Rocker, die bestimmte Messer oder Teleskop-Schlagstöcke bei sich hatten. Da das Führen dieser Waffen (im Gegensatz zum Besitz) nicht erlaubt ist, wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.
Im Vorfeld der Rocker-Partys hatte die Polizei vor gut drei Wochen die Clubhäuser der „Bandidos“ (Alexanderstraße) und der „Red Devils“ (Bleicherstraße) durchsucht (NWZ berichtete). Bei der Razzia und bei den Fahrzeugkontrollen am folgenden Tag waren 152 Waffen gefunden worden. „Der Einsatz diente der Gefahrenabwehr“, so Scharf.
Die „Red Devils“ gelten als Unterstützer der „Hells Angels“. Zwischen „Bandidos“ und „Hells Angels“ tobt seit Jahren eine blutige Fehde. Es geht dabei u.a. um die Vormachtstellung beim Drogenhandel und im Rotlichtmilieu. Gewalttätige Auseinandersetzungen der Rocker gab es zuletzt am vergangenen Freitagabend in Flensburg. Dort waren acht „Bandidos“ mit Äxten auf ein Mitglied der „Hells Angels“ losgegangen.
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