30.06.2012

Kleidung
Nicht in kurzer Hose im Büro erscheinen

Worauf bei sommerlichen Temperaturen zu achten ist – Auf leichtes Material umsteigen

Der „Dresscode“ hängt von der Branche ab. Kurze Arme gelten im Büro oft als „tabu“.
Kristin Kruthaup

LANDSBERG Flip-Flops, Kleidchen, Sonnenbrille: Diese Sachen tragen viele im Hochsommer gerne. Doch was in der Freizeit erlaubt ist, geht im Büro nicht immer. Knigge- und Modeexperten sagen, was im Sommer im Büro akzeptiert ist und was nicht.

Kurze Hose beim Mann?

„Das geht leider gar nicht“, sagt Kniggeberaterin Karin Felicitas Hallinger aus Landsberg bei Augsburg. Kurze Hosen ließen darauf schließen, dass der Mitarbeiter kein Benehmen habe. Da denke der Chef: Wie zieht der Mitarbeiter sich erst an, wenn wir zum Kunden müssen? Stilautor Bernhard Roetzel aus Berlin rät zu leichterem Material. Zu dünn dürften die Stoffe aber auch nicht sein – sonst knittern sie. Das Material sollte eine Feinheit von maximal „Super 130“ haben. Die Zahl auf dem Etikett bezeichnet die Feinheit des Garns.

Schlappen statt Halbschuhe? „Flip-Flops sind im Büro absolut verboten“, sagt Hallinger. Sie sehen zu informell aus. Außerdem nervten die schnalzenden Geräusche der Schuhe Kollegen und den Vorgesetzten. Beim Chef könne dabei der Gedanke aufkommen: Der Mitarbeiter gibt sich keine Mühe mit seiner Garderobe.

Männer können statt geschlossener Schuhe zum Anzug auch Slipper, Loafers, Bootsschuhe und Mokassins tragen, sagt Personal Shopperin Sonja Grau aus Ulm. Das gehe sogar barfuß. Aber selbst dagegen hat Roetzel etwas: „In konservativen Branchen würde ich das auch nicht empfehlen. Das ist nur wunderbar, wenn sie Chinos und T-Shirt anhaben können.“ Um im Anzugschuh nicht zu schwitzen, empfiehlt er dünne Baumwollstrümpfe aus mercerisierter Baumwolle. Frauen greifen am besten zu Pumps oder schicken Sandalen.

Nach dem Feierabend ins Freibad – Bikini statt BH?

Wenn es abends nach der Arbeit noch schnell ins Freibad gehen soll, zieht manche den Bikini gleich morgens unter das Bürooutfit. Die bunt gemusterten Träger fallen auf. „Bikiniträger gehen im Büro gar nicht“, sagt Hallinger. Wenn überhaupt der Bikini im Büro getragen wird, sollte es ein unauffälliges, einfarbiges Modell sein, rät Grau.

Oben ohne – das Oberhemd mit kurzen Armen?

Dies brächte Männern bei großer Hitze ein wenig Erleichterung. Doch auch hier gilt: „Ein Hemd mit kurzen Armen ist im Büro absolut tabu“, sagt Hallinger. Da denke der Chef: Der kann sich wohl kein Sakko leisten. Nicht so stark schwitzt Mann in Hemden aus rein pflanzlichen Erzeugnissen wie hundertprozentiger Baumwolle oder einem Baumwolle-Leinen-Gemisch aus 70 Prozent Baumwolle und 30 Prozent Leinen, sagt Grau. Diese Stoffe sind saugfähiger als Kunststoffe. Vorsicht jedoch vor Hemden aus reinem Leinen, sie knittern stark. Auch die Farbe ist relevant: Schweißflecken sind auf hellen, bunten Hemden eher sichtbar, auf weißen weniger, sagt Roetzel.

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