OLDENBURG, 10. Juni 2010


Schüler protestieren auf Straße

Bildungspolitik Chancengleichheit und Abschaffung von Gebühren gefordert


Bild

Demo vom Bahnhof zum Rathausmarkt: Einsatz für Schwächere und für bessere Schul- und Studienbedingungen. Bild: Röhr  Bild vergrößern

Über 250 Schüler und Studenten demonstrierten. Sie lehnen auch das Turbo-Abi weiter ab.

von Karsten Röhr

Oldenburg - Demonstriert worden ist am Mittwochmittag in Oldenburg für eine andere Bildungspolitik. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich zum Auftakt 120, später über 250 Schüler und Studenten an der als „Bildungsstreik 2010“ ausgerufenen bundesweiten Aktion. Sie wurde vor Ort von der Arbeitsgemeinschaft Bildungsforum Oldenburg, einer universitären Gruppe, organisiert. Parallel dazu findet ein einwöchiges Streikcamp an der Universität statt.

Marie (15), die das Gymnasium Eversten besucht, hat eine klare Botschaft an die Bildungspolitiker in Hannover: „Mir ist es wichtig, dass die Schülerzahl in den Klassen kleiner wird. Dafür müssen mehr Lehrer eingestellt werden.“ Talea (16), die ebenfalls das GEO besucht, sagte: „Von der sozialen Gerechtigkeit betrachtet, müsste das IGS-System ausgebaut werden. Insgesamt müsste mehr für die Chancen von Hauptschul-empfohlenen Kindern getan werden.“

Marie Charlotte (17) und Niko (16) sind vom Lothar-Meyer-Gymnasium aus Varel nach Oldenburg gekommen. Die 17-Jährige sagt: „Wir sind weiterhin gegen das Turbo-Abi. Die Belastung ist extrem.“ Außerdem gebe es keine klare Abstimmung. Einige Unterrichtsinhalte seien wegen der verringerten Zeit zusammengestaucht worden, die im Abi aber weiter geprüft würden.

Das Studieren sei vielen Schülern heute außerdem zu teuer. Niko: „Aus unserem Jahrgang wollen viele aus Kostengründen nicht studieren. Sie gehen ab und machen eine Ausbildung, nicht wenige wechseln nach der zehnten Klasse auf eine BBS.“

Ein Lehramts-Student sagt: „Uns geht es vor allem um mehr Chancengleichheit, um die Abschaffung der Studiengebühren und um eine Veränderung des Bachelor- und Master-Systems, das noch nicht ausgegoren ist. Man müsste die Universität in seinem Studiengang zum Beispiel leichter deutschlandweit wechseln können.“

ANZEIGE

Neben dem Ende des Turbo-Abis wurde u.a. „längeres gemeinsames Lernen“ und die „Abschaffung aller Bildungsgebühren“ gefordert. Die Tatsache, dass der Bund nun im Sozialen aber weniger in der Bildung sparen wolle, dürfe nicht dazu führen, „dass wir uns gegeneinander ausspielen lassen“, so ein Sprecher der Arbeitslosenselbsthilfe Also. Beide Bereiche gehörten zusammen.






WEITERE ARTIKEL AUS DIESEM RESSORT
Trillerpfeifen für bessere Bildung

29.06.2011 - Zu überhören waren sie nicht – und das auch mit voller Absicht: Etwa 80 Jugendliche haben am Dienstag mit einem Protestmarsch durch Westerstede für bessere Bildung demonstriert. „Wir wollen kein Koks, wir wollen kein Bier, wir sind für die Bildung hier!“ skandierten sie auf ihrem Weg vom Albert-Post-Platz vorbei an Robert-Dannemann–Schule und Gymnasium.mehr

Lauter Protestzug für bessere Bildung

10.06.2010 - „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut!“ Rund 150 Schülerinnen und Schüler stehen am Mittwochvormittag auf dem Albert-Post-Platz und demonstrieren mit diesem Schlachtruf für bessere Bildung.mehr

Aktivisten organisieren Bildungsdemo

09.06.2010 - Die Arbeitsgemeinschaft Bildungsstreik Oldenburg organisiert an diesem Mittwoch eine Bildungsdemonstration. Sie soll um 12 Uhr am Bahnhof starten. In der bundesweiten Aktionswoche vom 7. bis 13. Juni findet zudem ein Protest-Camp an der Universität statt.mehr

Oldenburg: Studenten protestieren gegen Bildungspolitik

19.11.2009 - Studierende an der Universität Oldenburg und an der Fachhochschule in Wilhelmshaven haben sich am Donnerstagnachmittag spontan dem bundesweiten "Bildungsstreik" angeschlossen.
In Oldenburg zogen rund mehrere hundert Studenten von der Universität in.mehr

Aufstand im Uni-Hörsaal

18.11.2009 - Tausende Schüler und Studenten haben sich in Norddeutschland mit Protestaktionen am bundesweiten Bildungsstreik beteiligt. In Hannover versammelten sich nach Angaben der Polizei am Dienstag etwa 1350 Demonstranten, um gegen die aus ihrer Sicht gravierenden Mängel in der deutschen Schul- und Hochschullandschaft zu protestieren.mehr

Anzeige
Umfrage

Welche Chancen räumen Sie der deutschen Elf bei der Fußball-EM ein?




Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Textfeld! Captcha
Marktplatz
Regional
Immobilien
Automarkt
Flohmarkt

Jobs
NWZ-Wetter
23 °C
7 °C
Details/Prognose Wetterwarnung Regenradar
 
RSS-Dienste RSS-Dienste | RSS-Dienste Webcams | Mobil | Kontakt | Impressum | Login
AktuellesAus der RegionKundenserviceMarktplatzRat und Tat