Sprengung In Meppen:
Automatenknacker stirbt bei Unfall auf der Flucht

Mit überhöhter Geschwindigkeit touchierten die Flüchtenden zunächst einen LKW und prallten dann gegen einen Baum. Ein Täter versuchte, der Polizei zu Fuß zu entkommen, wurde aber kurz darauf gefasst. Das LKA rechnet allerdings nicht damit, dass die Serie der Automatensprengungen zu Ende ist.

Meppen Drei Männer haben in Meppen (Kreis Emsland) einen Geldautomaten aufgesprengt und auf der Flucht einen Unfall verursacht. Die Täter, laut ersten Ermittlungen soll es sich um Niederländer handeln, sprengten den Automaten in einer Filiale der Sparkasse in der Haselünner Straße am frühen Mittwochmorgen gegen 4.20 Uhr in die Luft und flüchteten mit dem geraubten Geld.

Wie Polizeisprecher Achim van Remmerden gegenüber NWZonline mitteilte, kam das Fluchtfahrzeug, ein dunkler Audi, auf der Straße Schullendamm vermutlich wegen überhöhter Geschwindigkeit in einer Kurve ins Schleudern, geriet auf die Gegenfahrbahn und touchierte dort einen Lkw. Daraufhin schleuderte der Wagen zurück über die Fahrbahn und mit großer Wucht frontal gegen einen Baum.

Der Fahrer wurde im Unfallwagen eingeklemmt und lebensgefährlich verletzt. Er musste von der Feuerwehr aus dem Wrack befreit werden. Für den Beifahrer allerdings kam jede Hilfe zu spät. Er starb noch im Unfallwagen. Ein dritter Täter flüchtete zunächst zu Fuß vom Unfallort, wurde aber kurze Zeit später aber in der Nähe festgenommen. „Wir haben bei dem Mann auch das Geld gefunden, das erbeutet wurde“, sagte die Sprecherin des niedersächsischen Landeskriminalamtes (LKA), Stephanie Weiß.

Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich um Niederländer im Alter von Mitte 20, sagte van Remmerden. Der Fluchtwagen war Mitte Februar gestohlen worden, die Kennzeichen wurden in der Nacht zum Mittwoch von einem geparkten Wagen entwendet. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat gegen die beiden überlebenden Tatverdächtigen Haftbefehl beantragt.

Die Geldautomaten-Sprengung war der 18. Fall dieser Art in der Region seit Sommer 2015 und der 6. Fall in Niedersachsen seit Jahresbeginn. Das LKA rechnet aber nicht damit, dass die Serie nach dem Unfall nun zu Ende ist. „Wir gehen von einer sehr großen Tätergruppierung aus“, sagte die Sprecherin. Schon im Dezember habe es die Festnahme von drei Männern gegeben, danach seien die Sprengungen aber trotzdem weiter gegangen.

„Wir gehen davon aus, dass es noch mehr Täter gibt.“ Das LKA hatte eine Sonderkommission eingerichtet, nachdem sich die Fälle gehäuft hatten. „Wir sind froh, dass keine weiteren Unbeteiligten bei diesem Unfall verletzt worden sind“, sagte LKA-Sprecherin Weiß.

Die Bank hinterließen die Täter schwer verwüstet. Fenster wurden aus der Verankerung gerissen, Splitter verteilten sich weit über den Außenbereich der Bank. Der Geldautomat im Innern war völlig auseinander gerissen. „Wir gehen davon aus, dass die drei möglicherweise auch in Zusammenhang mit anderen Überfällen stehen“, sagte LKA-Sprecherin Weiß.

Bereits Anfang Februar hatte die Polizei nach einem schweren Verkehrsunfall am Niederrhein bei Kamp-Lintfort geprüft, ob die drei Opfer für Geldautomaten-Sprengungen in Nordrhein-Westfalen verantwortlich waren. Bei dem Unfall starben damals zwei Niederländer, ein dritter wurde schwer verletzt.

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