Bertrüger-Alarm Im Nordwesten:
Polizei warnt vor falschen Rauchmelder-Kontrolleuren

Dreist: In Großenkneten wollten sich Verdächtige Zutritt zu Häusern verschaffen – unter dem Vorwand, Rauchmelder zu kontrollieren. In Bremen wurde eine Seniorin bestohlen. Überwachen will die Polizei den Rauchmelder-Einbau jedoch nicht.

Oldenburger Land Seit dem 1. Januar dieses Jahres gilt in Niedersachsen eine Rauchmelderpflicht, die Übergangsfrist ist abgelaufen. Und schon sind in der Region Kriminelle unterwegs, die sich als „Kontrolleure“ ausgeben, um sich somit Zutritt zu Häusern und Wohnungen zu verschaffen.

Der Polizeidirektion Oldenburg ist die Problematik bekannt. Neben diversen Warnungen in sozialen Netzwerken habe es bereits einen konkreten Vorfall gegeben. „Im Bereich der Polizeistation Großenkneten sind am Sonnabend verdächtige Personen beobachtet worden, die unter dem Vorwand, Rauchmelder kontrollieren zu wollen, versucht haben, sich Zutritt zu Privathäusern zu verschaffen“, teilt Polizeisprecherin Ann-Christin Mönckmeier auf NWZ-Nachfrage mit.

Die Polizei rät Bürgern, bei allen Besuchen durch Handwerker und Kontrolleure wachsam zu sein. „Im Zweifel – wie auch beim Auftreten von angeblichen Rauchmelder-Kontrolleuren – ist der Zutritt zur Wohnung zu verwehren und die Notrufnummer der Polizei zu wählen“, stellt Mönckmeier klar und betont: „Eine generelle Kontrolle des Einbaus der Rauchwarnmelder in Wohngebäuden findet von polizeilicher Seite nicht statt.“ Nach Informationen dieser Zeitung gibt es auch von anderen Institutionen, Verbänden oder Feuerwehren keinerlei derartige Kontrollen. „Es sei denn, wir werden ausdrücklich gebeten, die Rauchmelder zu kontrollieren“, sagt Axel Hollmann, Ortsbrandmeister in Ganderkesee (Kreis Oldenburg). Und auch die Wilhelmshavener Feuerwehr stellt klar: Die Überprüfung von Rauchmeldern gehört nicht zu ihren Aufgaben. Stattdessen mahnt sie die Bürger zur Vorsicht. Fremde Personen, die unangekündigt klingeln, sollten nicht in die Wohnung gelassen werden.

Neben den Beobachtungen in Großenkneten wurden weitere konkrete Vorfälle bislang aus dem Emsland und Bremen gemeldet. In der Hansestadt fiel eine 79-Jährige auf zwei Männer herein, die bei ihr klingelten, um die Rauchmelder zu prüfen. Nach der „Kontrolle“ stellte die Bremerin den Verlust eines Goldrings und von Bargeld fest.

Auch in den Kreisen Aurich und Wittmund in Ostfriesland hatten sich Unbekannte als Feuerwehrmänner ausgegeben, um Rauchmelder zu kontrollieren.

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Lars Laue

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19.01.2016
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