Kriminalität:
Weniger antisemitische Straftaten

Im zweiten Quartal wurden 159 Fälle gemeldet

Berlin Die Zahl der antisemitischen Straftaten in Deutschland ist leicht zurückgegangen. „Im zweiten Quartal 2014 wurden 159 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund gemeldet. Darunter waren fünf Gewalttaten und 30 Propagandadelikte“, heißt es in der Antwort des Innenministeriums auf eine Parlamentarische Anfrage von Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke), die unserer Berliner Redaktion vorliegt.

Für das erste Quartal 2014 weist die Statistik bundesweit 191 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund, 350 für das erste Halbjahr. In der ersten Jahreshälfte 2013 wurden dagegen 409 einschlägige Straftaten registriert.

Laut Innenministerium sind zu den 159 Delikten im zweiten Quartal 2014 mit antisemitischem Hintergrund 90 Tatverdächtige ermittelt worden, 86 aus dem rechtsextremistischen Milieu, vier waren Ausländer. Vier Rechtsextreme wurden wegen antisemitischer Straftaten vorläufig festgenommen. Haftbefehle seien aber nicht erlassen worden.

Die meisten judenfeindlichen Straftaten entfallen aktuell auf Nordrhein-Westfalen: Dort waren es im zweiten Quartal 39, in Brandenburg 22, in Sachsen 16, in Bayern 15, in Baden-Württemberg 14, in Niedersachsen zehn, in Mecklenburg-Vorpommern sieben, in Rheinland-Pfalz vier und in Hessen drei.

Die Bundestagsvizepräsidentin warnt vor einer Verharmlosung von Antisemitismus in Deutschland. „Seriöse Untersuchungen belegen wiederholt: Rund ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland ist für antisemitische Klischees empfänglich und aktivierbar – quer durch alle Schichten“, sagte Pau.

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08.08.2014
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