Mordfall in Berne: Verdächtiger war auch Zeuge
Verbrechen Torsten T. gerät kurz nach der Tat in den Fokus der Ermittler
An diesem alten Audi 80, der dem Opfer Friedrich Harmsen gehörte, soll der mutmaßliche Täter Torsten T. gearbeitet haben. BILD: Anja Biewald 
von Anja Biewald Und friederike Kloth
Berne - Torsten T. hat sich selbst in den Fokus der Mordkommission Berne gebracht: Der mutmaßliche Mörder des Berner Kaufmannes Friedrich Harmsen brachte sich schon kurz nach der Tat als Zeuge ins Spiel.
Tipp an die Polizei
Wie am Donnerstag bekannt wurde, hatte T. seinem Bekannten Ossi Timmermann erzählt, er hätte am Tattag zwei Männer aus dem Haus des Opfers laufen sehen. Timmermann bestätigt diese Information im Gespräch mit NWZ . Er habe den Beamten dann einen Tipp gegeben, dass es sich bei T. um einen wichtigen Zeugen handeln könnte. Kurz darauf wurde der 42-Jährige aus Bettingbühren zum ersten Mal von der Mordkommission als Zeuge vernommen. Nach und nach konnten die Ermittler die von T. gemachten Angaben durch die Aussagen weiterer Zeugen widerlegen. Es seien mehrere Verdächtige in Frage gekommen, so Polizeisprecherin Anke Rieken: „Aber einige Namen fielen öfter als andere.“ Die Spuren führten somit immer wieder zu Torsten T.
Ein Spezial zu dem Fall
Der Tatverdächtige hatte finanzielle Schwierigkeiten als Motiv bei seinem Geständnis angegeben. Am Tatort konnte er aber keine Beute machen, so Rieken. Harmsen hatte in seinem Haus auch keine großen Geldsummen versteckt. „Da lagen auch keine Riesensummen zwischen irgendwelchen Kleiderstapeln“, sagt Polizeisprecherin Rieken und widerspricht damit anderen Medienberichten.
Letzte Spuren sichten
Zu Beginn waren die Ermittler noch davon ausgegangen, dass der Täter die Wohnung Harmsens durchwühlt hatte. So waren beispielsweise Schubladen ausgekippt und Schränke geöffnet vorgefunden worden. Doch das entsprach wohl eher dem Normalzustand. „Das haben Untersuchungen der Staubschichten so ergeben.“
Mit der Verhaftung von Torsten T. ist die Arbeit der Mordkommission Berne aber noch nicht beendet. Das 30-köpfige Ermittlerteam arbeitet weiterhin von Brake aus an dem Fall. „Die Kollegen arbeiten jetzt die letzten Spuren ab“, sagte Rieken dazu. Auch im Wohnhaus des Tatverdächtigen in Bettingbühren wurden Beweismittel gesichert. Außerdem müssen die Aussagen von Torsten T. mit der Beweislage abgeglichen werden.
Das Hinweistelefon, über das sich so viele Bürger gemeldet hatten, sei aber ab sofort nicht mehr freigeschaltet. „Sollte jemand noch einen Hinweis zum Fall haben, kann sich der Zeuge natürlich an jede Polizeidienststelle wenden“, betont Anke Rieken.
Dass die Polizei den mutmaßlichen Täter, der gestanden hat, so schnell fassen konnte, sei auf eine hartnäckige und akribische Arbeit der Beamen zurückzuführen.
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