OLDENBURG, 9. Februar 2011


Prozess im Mordfall in Berne: Blutspur war acht Meter lang

Fall Harmsen Zeugen schildern Fund des Opfers – Teilgeständnis noch diese Woche


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Am Dienstag wurde der Prozess gegen Torsten T. aus Berne fortgesetzt. Es wurden Zeugen gehört. BILD: Thorsten Helmerichs  Bild vergrößern

Zwei Mitarbeiter der Gemeinde Berne waren zuerst am Tatort. Die obereren Wohnräume im Haus von Harmsen seien chaotisch gewesen.

von Friederike Kloth

Oldenburg - Auf dem Bauch liegend, den Kopf in einer Blutlache – so fanden ein Berner (Kreis Wesermarsch) Rathausmitarbeiter und sein Kollege vom Bauhof den ermordeten Friedrich Harmsen am 6. Juli 2010 auf.

Im Prozess gegen den Angeklagten Torsten T. vor dem Landgericht Oldenburg wurden am Dienstag die ersten Zeugen gehört. Dazu gehörten auch Polizeibeamte aus Brake und aus Cuxhaven, die schnell am Tatort waren.

Schon vor den Befragungen kündigte der Verteidiger des 43-jährigen Berners, Torsten Rückoldt, eine Aussage seines Mandanten für diesen Donnerstag an. Schon in der vergangenen Woche hatte er ein Teilgeständnis des Angeklagten in Aussicht gestellt.


Telefon war besetzt
Den Mitarbeitern des Rathauses war am Tag nach der Tat schon mittags aufgefallen, dass der 86-jährige Kaufmann seinen Laden nicht wie sonst geöffnet hatte. Aufgrund seines Gesundheitszustandes war man besorgt und versuchte Harmsen telefonisch zu erreichen. Doch die Leitung war besetzt. Auch war der Kaufmann nicht zum Essen bei seiner Bekannten erschienen.



Nach Absprache mit der Polizei beschloss man, nach dem Rechten zu sehen. Die Seitentür des Gebäudes war offen. „Wir gingen rein und riefen laut nach ihm“, erzählte ein Zeuge. „Zuerst sind wir nach oben in die Wohnräume, doch da war er nicht. Wieder unten haben wir ihn dann auf dem Boden liegen gesehen. Ich habe geprüft, ob er noch am Leben ist. Dann traf auch schon die Polizei ein“, erzählte der erfahrene Feuerwehrmann. Das Telefon des Opfers habe auf der Treppe gestanden, den Hörer danebengelegt.

Ein Polizeioberkommissar der Tatortgruppe der Polizeiinspektion Cuxhaven/Wesermarsch machte Angaben zur Spurenlage im Laden des Opfers. Demnach stand eine Gehhilfe von Harmsen an die Wand gelehnt hinten im Laden. Eine weitere lag beim Opfer. Eine Blutspur führte von der ersten Gehhilfe weiter nach vorn in den Raum. Sie sei insgesamt ca. acht Meter lang gewesen, gab der Polizeioberkommissar zu Protokoll. Auf den ersten Metern seien mehrere Tropfen zu erkennen gewesen, dann eine Lache und mit etwas Abstand eine weitere. Am Kopf des Opfers wären zwei Verletzungen deutlich zu erkennen gewesen.


Nicht durchsucht
Die Wohnung des 86-Jährigen Kaufmanns oben im Haus wies keine Spuren einer Durchsuchung auf. „Es waren zwar viele Schubladen offen, in ihnen lag aber eine dicke Staubschicht“, sagte der Beamte. „Auch waren sie durch Spinnenweben mit den Schränken verbunden.“ In der chaotischen Wohnung hätten Geldbörsen herumgelegen, beschrieb er. Im Schlafzimmer fanden die Polizisten einen kleinen Betrag Bargeld. Die Kasse im Laden war nicht aufgebrochen worden. Ob sich in den Geschäftsräumen größere Summen Bargeld befanden, kann nicht sicher gesagt werden. Ein Bargeldspürhund, der während der Ermittlungen zum Einsatz kam, hatte keine größeren Beträge aufgespürt. Der Prozess wird am Donnerstag, 10. Februar, ab 9 Uhr fortgesetzt.

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