Bluttat in Berne: 43-Jähriger muss Verurteilung wegen Mordes fürchten
Angeklagter ist voll schuldfähig – Opfer Friedrich Harmsen selbst als gewalttätig bekannt
Oldenburg - Im Prozess gegen einen 43-Jährigen aus Berne vor dem Landgericht Oldenburg ist nach vorläufiger Einschätzung der Kammer eine Verurteilung wegen Mordes am Kaufmann Friedrich Harmsen möglich.
Der 86-Jährige war im Juli vergangenen Jahres in seinem Laden in Berne (Landkreis Wesermarsch) erschlagen worden. Nach Angaben der rechtsmedizinischen Gutachterin ist er verblutet. Der Vorsitzende Richter teilte das Tatgeschehen in zwei Akte ein.
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Zunächst seien der Angeklagte und das Opfer in Streit geraten. Es sei anzunehmen, dass der 86-Jährige zuerst zugeschlagen habe. Er war erst wenige Monate vor seinem Tod selbst wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden.
In der Tatnacht jedoch blieb es nicht bei einem Kampf: Der 43-Jährige entfernte sich zunächst vom Tatort, um einen Telefonanruf beim Notarzt vorzutäuschen. Den Hörer wischte er ab. Dann ging er zu seinem Opfer zurück, um erneut zuzuschlagen. So habe er sein Vergehen verdecken wollen, sagte der Richter. Möglicherweise habe der Angeklagte außerdem das Fälschen eines Überweisungsträgers vertuschen wollen. Weil er auch die Geldbörse des Opfers mitnahm, sei auch räuberischer Diebstahl mit Todesfolge zu prüfen.
Zuvor hatte ein psychiatrischer Gutachter dem Angeklagten eine volle Schuldfähigkeit bescheinigt. Jedoch habe er bei dem 43-Jährigen eine Persönlichkeitsstörung feststellen können. Dieser sei ein verschlossener Mensch mit geringem Selbstwertgefühl. Er habe Probleme damit, um Hilfe zu bitten. Wichtig seien ihm Eltern und Geschwister. In der Untersuchungshaft fühle sich Torsten T. nicht unwohl, eher, als sei eine Last von ihm genommen. Am Donnerstag wird das Urteil erwartet.
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