HAMBURG, 3. Februar 2012


Boxwelt trauert um Alis Trainer

Legende Angelo Dundee im Alter von 90 Jahren gestorben – 15 Weltmeister betreut


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zwölften Runde BILD: dpa  Bild vergrößern

Dundee hatte jüngst noch mit Ali dessen 70. Geburtstag gefeiert. Auch Sugar Ray Leonard wurde von ihm betreut.

von Gert Glaner

Hamburg - Die Boxwelt trägt schon wieder Trauer. In Angelo Dundee ist nur wenige Monate nach Joe Frazier eine weitere Legende des Faustkampfes nicht mehr am Leben. Der langjährige Trainer von Muhammad Ali starb am Mittwoch in Tampa/Florida im Kreise seiner Familie. Dundee wurde 90 Jahre alt. „Er war sehr glücklich, dass er Alis 70. Geburtstag noch miterleben konnte. Er hatte noch so viel vor. Er hat ein erfülltes und außergewöhnliches Leben geführt“, teilte Dundees Familie in einer Erklärung mit.

Angelo Dundee hat in seiner Trainerkarriere 15 Weltmeister betreut. Aber keiner machte ihn so berühmt wie Muhammad Ali. Der Coach, der eigentlich Angelo Merena hieß und sich nach einem Boxer benannte, stand in Alis Ecke, als sich der „größte Boxer aller Zeiten“ am 25. Februar 1964 in Miami Beach sensationell den WM-Gürtel von Sonny Liston holte. Der in Philadelphia geborene Dundee betreute Ali bei dessen großen Kämpfen in den 1970er-Jahren gegen Joe Frazier und George Foreman.

Später machte der begnadete Motivator unter anderem Sugar Ray Leonard, für Dundee eine „kleinere Ali-Ausgabe“, zu einem Star. 1994 fand seine außergewöhnliche Karriere ihre Würdigung mit der Aufnahme in die „Hall of Fame“. Er folgte damit seinem Vorzeigeschützling, dem die große Ehre bereits vier Jahre zuvor zuteil geworden war.

Die Trainer-Legende hat das Boxen nie losgelassen. Dundee trainierte noch im vergangenen Jahr Kinder. Er habe noch große Ziele und wolle 100 Jahre alt werden, sagte er im Sommer 2011 zu seinem 90. Geburtstag. „Außerdem träume ich davon, einen Schwergewichtler zu finden, der die Klitschkos schlägt, damit das Schwergewicht wieder die Aufmerksamkeit bekommt wie in früheren Jahren“, meinte Dundee. Das war ihm nicht mehr vergönnt.

Bis zuletzt hatte Dundee regelmäßigen Kontakt zu Ali. „Wir sind Freunde fürs Leben“, sagte der Trainer. Nur schwer verkraften konnte er, dass Muhammad Ali von der Parkinson-Krankheit so schwer gezeichnet ist: „Es tut wahnsinnig weh. Ich könnte heulen, weil ich ihm auch nicht helfen kann.“

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Kennengelernt hatten sich Dundee und Ali, der damals noch Cassius Clay hieß, in den 1950er-Jahren im „Fifth Street Gym“, das Dundee in Miami betrieb.






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