Sieg in Bremen rundet Traum-Karriere ab
RADSPORT Risi/Marvulli gewinnen Sechstagerennen – Bewegender Abschied
Bremen - Als Bruno Risi kurz nach Mitternacht vom obersten Podest des Siegertreppchens hinunterstieg, blickte ihm Patrick Sercu lange und in Gedanken versunken nach. „Er ist nicht zu ersetzen“, konstatierte der Sportliche Leiter des Bremer Sechstagerennens. Der 41-jährige Schweizer startete zum letzten Mal in der Hansestadt. Nach 188 Sechstagerennen mit 61 Siegen tritt er nun zurück.
Am späten Dienstagabend ließ Risi es aber noch einmal krachen. Mit seinem Landsmann Franco Marvulli gewann er die 46. Sixdays. Der „Alpenexpress“ setzte sich in einem packendem Herzschlag-Finale mit 419 Punkten gegen das rundengleiche deutsch-belgische Duo Robert Bartko/Iljo Keisse (411) durch.
„Das erste Mal bin ich nicht unglücklich, Zweiter geworden zu sein“, zollte der Potsdamer Bartko dem Routinier zum Abschied Respekt. „Das ist der sympathischste Satz, den ich an diesem Abend gehört habe“, antwortete Risi gerührt. „Dieser Sieg rundet meine Traum-Karriere ab.“
Schon vor der letzten Großen Jagd stand er im Mittelpunkt. Mit minutenlangem Applaus verabschiedeten die 10 000 Zuschauer in der Bremen-Arena den Publikumsliebling. Zudem waren seine Familie, ehemalige Weggefährten wie Erik Zabel, sein mit riesigen Kuhglocken ausgestatteter Fanclub aus dem Kanton Uri sowie sein Motorradclub angereist, um Risi zu überraschen. „Mir hat es die Stimme verschlagen. Ich muss mich erst einmal fassen“, stotterte Risi, der völlig überwältigt mit den Tränen kämpfte.
Und dann machte er nicht nur seiner Frau Sandra eine Liebeserklärung („I love you“), sondern auch dem Bremer Publikum: „Vielen Dank für alles. Im nächsten Jahr stehe ich auf eurer Seite, mit einem Bier in der Hand“, kündigte Risi an.
An den sechs Tagen besuchten insgesamt 126 700 Gäste die Sixdays. Das sind 800 weniger als im Vorjahr. „Damit können die Planungen für die 47. Auflage vom 13. bis 18. Januar 2011 anlaufen“, kündigte Veranstalter Frank Minder an. Arbeit kommt vor allem auf Sercu zu. „Ohne Risi wird es richtig schwer, ein ausgeglichenes Fahrerfeld zusammenzustellen“, sagte er wehmütig.
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