Sixdays-Sieg in Bremen führt nur über Bartko/Schep
Interview Sportlicher Leiter Erik Weispfennig über Favoriten, Außenseiter und das komplizierte Reglement
von Olaf Ulbrich
FRAGE: Herr Weispfennig, an diesem Donnerstag beginnt das 48. Bremer Sechstagerennen. Wer ist Ihr Favorit?
WEISPFENNIG: Ohne Frage das Team um Titelverteidiger Robert Bartko, der an der Seite von Peter Schep fährt. Sie bilden die Top-Mannschaft, die es in Bremen zu schlagen gilt.
FRAGE: Welches der übrigen elf Paare könnte Bartko/Schep am ehesten besiegen?
WEISSPFENNIG: Es gibt einige Anwärter aufs Podium. Allen voran das Duo Leif Lampater/Iljo Keisse. Keisse ist aktuell in starker Form. Auch Franco Marvulli/Marcel Kalz werden um den Sieg mitfahren. Außenseiterchancen besitzen Christian Grasmann und Rafal Ratajczyk. In diesem Team ergänzen sich Ausdauer- und Sprintfähigkeit optimal.
FRAGE: Die beiden besten Fahrer der laufenden Saison sind Bartko und Keisse. Warum bilden sie kein Team?
WEISPFENNIG: Na klar, beide wären gerne zusammen gefahren. Aber es ist nicht im Interesse der Zuschauer, wenn die beiden Top-Favoriten als Team starten. Das wäre langweilig. Meine Aufgabe als Sportlicher Leiter ist es schließlich, das Feld ausgeglichen und damit die Siegchancen offen zu gestalten.
FRAGE: Robert Bengsch, der 2011 mit Bartko in Bremen gewann, fährt dieses Mal an der Seite des unbekannten Tschechen Alois Kankovsky. War Bengsch deshalb verärgert?
WEISPFENNIG: Nein. Warum?
FRAGE: Weil Bengsch nun eigentlich keine Chance hat, seinen Titel zu verteidigen. . .
WEISPFENNIG: Für Robert wäre es ohnehin schwer gewesen, seinen Titel zu verteidigen. 2011 gab es ein anderes Reglement. Es war zeitfahrlastiger. Das kam Bengsch entgegen. Er wird auch diesmal bei den Rennen gegen die Uhr vorne mitmischen. Ob es aber bei den Großen Jagden reicht, werden wir sehen.
FRAGE: Kritiker meinen, die Punktewertung beim Sechstagerennen ist zu kompliziert. . .
WEISPFENNIG: Deshalb wollen wir es unseren Zuschauern in diesem Jahr so einfach wie möglich machen. Jeder Abend beginnt beispielsweise mit einem Ausscheidungsrennen. Die Regel dabei ist ganz einfach: Der letzte Fahrer des Feldes bei einer Wertung scheidet aus. Auch die Sprint-rennen sind klar zu verstehen: Der Erste hat gewonnen. Da geht es nicht um Punkte.
FRAGE: Ein weiterer Streitpunkt ist das Thema Doping. Iljo Keisse durfte 2011 wegen einer Dopingsperre nicht in Bremen starten. Fürchten sie einen positiven Fall?
WEISPFENNIG: Wir versuchen natürlich alles, um das zu unterbinden. Ein eigens beim Weltverband UCI bestellter Arzt nimmt die Kontrollen vor. Sie können jeden Fahrer zu jeder Zeit treffen.
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