BREMEN, 19. Januar 2012


Bartko sticht mit dem allerletzten Trumpf

Radsport Potsdamer gewinnt an Seite von Peter Schep 48. Bremer Sechstagerennen


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Feierten ausgelassen ihren Sixdays-Sieg in Bremen: Robert Bartko (links) und der Niederländer Profi Peter Schep BILD: dpa  Bild vergrößern

von Olaf Ulbrich

Bremen - Es dauerte eine Weile, bis Robert Bartko wieder Luft bekam. Das lag aber nicht daran, dass der Potsdamer schon das stolze Sportleralter von 36 Jahren erreicht hat. „Ich weiß nicht, wann ich zuletzt so ein hartes Rennen gefahren bin“, sagte der Routinier nach seinem Sieg bei den 48. Bremer Sixdays Dienstagabend kurz nach Mitternacht.

Gemeinsam mit seinem niederländischen Partner Peter Schep hatte er sich in der finalen Jagd mit den Zweitplatzierten Franco Marvulli/Marcel Kalz (Schweiz/Berlin) und den späteren Dritten Leif Lampater/Iljo Keisse (Irschenberg/Belgien) ein packendes Duell geliefert.

20 Runden vor Schluss – also 3320 Meter vor dem Ziel – spielte Bartko dann seinen allerletzten Trumpf aus. Er attackierte, fuhr dem Feld davon und schaffte mit Schep sieben Runden vor dem Ende den Rundengewinn. „Wir hatten nur diese eine Chance“, erklärte Bartko seinen Coup, „und die haben wir genutzt. Denn im Sprint wären wir nicht stark genug gewesen.“

Auch Schep war nach dem Sieg sprachlos. „Das hätte ich nicht gedacht, ich bin sehr glücklich“, sagte der 34-Jährige. Er müsse seinen Triumph bei seiner ersten Teilnahme in Bremen erst noch realisieren.

Der große Gewinner der Bremer Sixdays neben Bartko/Schep war aber Marcel Kalz. Der 24-Jährige erhielt für seine couragierte Leistung Lob von allen Seiten. „Ihm gehört die Zukunft“, sagte Bartko. Und sein Partner Marvulli meinte: „Von ihm wird man noch eine ganze Menge hören.“ „Die Komplimente von den Top-Fahrern sind für mich eine Riesenehre“, sagte Kalz.

Dennoch gab er sich selbst ein wenig die Schuld daran, dass es „nur zu Platz zwei“ gelangt hat: „Franco hat kurz vor Schluss versucht, eine Doublette herauszufahren. Aber das Tempo konnte ich nicht durchhalten. Mir hat einfach die Kraft gefehlt.“ Hätte das Duo den doppelten Rundengewinn geschafft, wäre ihm der Sieg sicher gewesen.

Kalz will 2013 gerne wieder in Bremen starten – „wenn der Bundestrainer mich lässt“. Wer weiß: Vielleicht steht dann ja der Senkrechtstarter ganz oben auf dem Podest.

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Für Bartko war es indes nach 2005, 2008 und 2011 bereits der vierte Sieg in Bremen. Nun peilt er den Rekord des Niederländers René Pijnen an. „Ich fahre so lange, bis auch ich sieben Siege hier habe“, sagte Bartko mit einem Augenzwinkern – da hatte er schon wieder genügend Luft.

 @ Infos: http://www.NWZonline.de/bremer-sechstagerennen




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