OLDENBURG, 7. Juni 2010


Rekordbesuch in Eversten OB als Rathaus-Rakete ganz in Schwarz am Start Großes Engagement

Brunnenlauf Mehr als 10 000 Besucher bei Stadtteilfest und Läufertag Brunnenlauf Mehr als 80 Prozent der Hermann-Ehlers-Schüler beim Kinderrennen dabei


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Volksfest-Stimmung: Bei strahlendem Sonnenschein bummelten mehr als 10 000 Menschen über die Hauptstraße und schauten sich die Läufe im Eversten Holz an. BILD: Piet Meyer  Bild vergrößern

Erstmals war die Hauptstraße zum Brunnenlauf gesperrt. Höchste Attraktion war eine 65 Meter hohe Aussichtsgondel.

von Patrick Buckund Jasper Rittner

Oldenburg - „Ich bin begeistert. Das war das beste Fest, was wir je in Eversten hatten“, sagt Georg Heß. Und der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Hauptstraße sagt das nicht wegen seiner läuferischen Erfolge beim Brunnenlauf. Er war überhaupt nicht am Start. Gelaufen ist er trotzdem viel – als Mitorganisator des offenen Sonntags.

„Man merkt den Unterschied“, meinte Catharina Ohlson, Inhaberin des Schmuck- und Geschenkgeschäfts Wunschhaus, beim Vergleich der Hauptstraßenfeste mit und ohne Autoverkehr. „Es ist bessere Stimmung und es sind mehr Leute unterwegs. Nächstes Jahr sollte auf jeden Fall wieder gesperrt werden.“

Besonders Familien konnten weit entspannter über das Fest bummeln, da sie nicht so sehr ein Auge auf ihre spielenden Kinder werfen mussten. Die Kleinen konnten gefahrlos über die Fahrbahn toben, auf Hüpfburgen springen und rutschen oder an den verschiedenen Spielen vor den Geschäften teilnehmen.

Die etwas älteren Kinder waren natürlich besonders von der Kart-Bahn fasziniert. Rasant meisterten sie ihre Runden auf dem kleinen Kurs. Dabei freuten sich besonders, dass sie dank der freien Straße endlich auf richtigem Asphalt die Reifen quietschen lassen konnten und nicht auf einen gepflasterten Parkplatz ausweichen mussten – auch wenn es unter dem Helm ziemlich heiß wurde.

Auf der Suche nach einer Abkühlung bei den hohen Temperaturen hatte der Nachwuchs einen klaren Vorteil: So gab es beispielsweise eine Bootsbaustation, bei der man das schwimmende Gefährt anschließend im Planschbecken testen konnte. An anderer Stelle freuten sich die Kinder bei einer Goldsuche nicht nur über die gefundenen Nuggets, sondern auch über das Wasserbecken, in dem der Schatz zu suchen war. Die Erwachsenen kühlten sich stattdessen auf klassische Weise bei den zahlreichen Getränkeständen ab.

Höhepunkt des Straßenfests – ganz wörtlich genommen – war natürlich die Aussichtsgondel: Auf 65 Meter Höhe hievte der Kran die kleine Kabine samt Insassen. Ein herrlicher Blick über die Hauptstraße und den ganzen Stadtteil. Auch Albrecht Sellen und seine Tochter Hannah nutzten die Gelegenheit für einen kleinen Ausflug in luftige Höhen. „Es war gut“, meinte Hannah Sellen. Auch ihr Vater war von der Aussicht begeistert, hatte vor der Höhe allerdings einigen Respekt. „Da muss man schon tief durchatmen.“

Tief durchgeatmet hat am Ende auch Georg Heß. „Wir hatten mindestens 10 000 Besucher und eine wunderbare Stimmung. Das gibt uns Mut, nächstes Jahr wieder so etwas auf die Beine zu stellen.“

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Keine Ausreden: Das gute Wetter hatte auch die letzten Zweifelnden überzeugt, sich noch auf einer der Strecken beim 10. Everstener Brunnenlauf zu beweisen. Inklusive der Nachmeldung gingen fast 3200 Läuferinnen und Läufer aller Altersklassen an den Start.

Auch die lokale Prominenz ließ sich auf und neben der Strecke sehen. Allen voran OB Gerd Schwandner, der mit seinen Mitarbeitern beim Firmenlauf unter dem Teamnamen „Rathausraketen“ am Start war. 39 Minuten und 58 Sekunden benötigte er für die 6,444 Kilometer und erreichte immerhin den 4. Platz in der Altersklasse M55. Den Sieg in der Firmen-Kategorie verpasste die Rathausmannschaft trotzdem.

Andere waren zwar nicht im Sportdress, aber neben der Strecke aktiv. So überreichte der Bundestagsabgeordnete Thomas Kossendey Trophäen bei der Siegerehrung. Der frühere Oberbürgermeister Horst Milde schickte die Schüler per Startschuss auf die Runde.

Diese Ehre hatte der Nachwuchs auch verdient, denn die jungen Sportler setzten auch in diesem Jahr wieder Maßstäbe. So gewann die Hermann-Ehlers-Schule den Titel für die meisten Teilnehmer: 80,6 Prozent aller Schüler gingen auf die 2400 Meter lange Strecke. „Die Prozentzahlen bei diesem Wettbewerb werden jedes Jahr höher“, freute sich Dirk Spekker vom Organisationsteam.

Der Preis für die Klasse mit den meisten Läuferinnen und Läufern ging an die Grundschule Wechloy. Mit 26 Jungen und Mädchen ging eine 2. Klasse an den Start.

Doch nicht nur die Schulen, auch die Vereine waren wieder sehr aktiv. Die Spitzenposition bei den Anmeldungen hatte der SV Ofenerdiek inne. 57 Mitglieder gingen beim Brunnenlauf auf die Strecke, wodurch sie sich den Sonderpreis in dieser Kategorie sicherten.

Brunnenlauf plus Straßenfest, auch für die Organisatoren der Sportveranstaltung rund um den TuS Eversten war das eine gelungene Kombination. „Es war eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Werbegemeinschaft Hauptstraße“, lobte Spekker. Besonders hob er aber das Engagement der vielen Ehrenamtlichen hervor, das die gelungene Sportveranstaltung erst möglich gemacht habe.

Mit einem kleinen Volkslauf fing es vor Jahren an. Nun ist daraus eine der größten Veranstaltungen Oldenburgs geworden. Mehr als 3000 Starter, mehr als 10 000 Besucher – auch wenn das Wetter fleißig mithalf, die Bilanz kann sich sehen lassen.

Dass die Werbegemeinschaft mit ins Boot gestiegen ist, hat sich ausgezahlt. Mit Musik, Hüpfburgen, Shows, Kleinkunst und vielen, vielen Ständen entlang der Hauptstraße hat Eversten allerbeste Werbung für sich gemacht. Doch nicht nur das: Ein Stadtteilfest – auch wenn es über die Grenzen hinaus strahlt – ist auch immer ein Fest, dass die Gemeinschaft fördert. Und es ist nur möglich durch das große Engagement von Ehrenamtlichen, die vor und hinter den Kulissen so etwas organisieren.

Auch wenn die Kassen der Stadt leer sind, müssen solche Veranstaltungen weiter unterstützt werden.






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