FRANKFURT, 15. Juni 2011


DFL will junge Spieler besser schützen

Fußball Berater sollen nur Talente über 16 Jahren unter Vertrag nehmen dürfen


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Kritisiert die Berater im Fußball: Andreas Rettig BILD: dpa  Bild vergrößern

von Marc Schmidt

Frankfurt - Die Scouts von 1899 Hoffenheim haben bereits Hausverbot bei Ligakonkurrent Hertha BSC, der Kampf um die zahlreichen Talente in der Fußball-Bundesliga wird immer schmutziger. Deshalb fordert die Deutsche Fußball Liga (DFL) nun eine Beschränkung für die windigen Spielerberater. In Zukunft sollen Berater nur noch Jung-Profis unter Vertrag nehmen, die älter als 16 Jahre sind.

„Das ist doch irre, was da passiert. Wozu braucht ein 14-Jähriger einen Berater? Den jungen Spielern und ihren Eltern wird so eine Pseudo-Wichtigkeit vorgespielt“, sagte Augsburgs Manager Andreas Rettig, der zudem Leiter der Kommission Leistungszentren der DFL ist. Ein Verstoß sollte nach Angaben von Rettig mit einer Nominierungssperre für die Junioren-Nationalmannschaften des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bestraft werden: „Sonst bleibt es ein Papiertiger.“

Bei den Beratern löst Rettig mit dieser Forderung allerdings Irritationen aus. „Das ist Heuchelei hoch 35, die Oberheuchler blasen die Backen auf. Die DFL kann doch einem Rechtsanwalt nicht verbieten, einen 16-Jährigen zu beraten. Das ist doch Schwachsinn. Die wollen etwas regeln, das sie gar nicht regeln können. Das wäre genauso, als wenn man außerehelichen Geschlechtsverkehr unter Strafe stellen wollte“, sagte Michael Becker, unter anderem Berater von Michael Ballack, der Frankfurter Rundschau.

Die deutschen Proficlubs hatten vor einigen Jahren vereinbart, untereinander keine Jung-Profis abzuwerben. Doch kaum einer hält sich daran. Im März krachte es zwischen Hoffenheim und Hertha, als 1899-Nachwuchschefscout Wolfgang Geiger den Berlinern „Stasi-Methoden“ vorwarf. Zumindest folgte die Entschuldigung von Ernst Tanner. „Das war ein Ausrutscher in einem Streitgespräch. Aber das können wir nicht gutheißen“, sagte Hoffenheims Manager, der sich wegen des gescheiterten Transfers des 21-Jährigen Carlos Zambrano zuletzt auch mit Schalke-Manager Horst Heldt verkrachte. Hoffenheim wird von den Clubs wegen der Abwerbemethoden immer wieder an den Pranger gestellt.

Fredi Bobic, Manager des VfB Stuttgart, sieht ein grundsätzliches Problem: „Sie werden immer dreister, und es geht um immer jüngere Spieler. Die Schmerzgrenze fällt immer tiefer.“

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Nach Angaben von Bobic gibt es beim VfB bereits in der C-Jugend Einheiten, bei denen reichlich Zuschauer sind. Darunter zahlreiche Berater. „Wir beim VfB werden wohl das Trainingsgelände für Besucher schließen. Damit der Nachwuchs in Ruhe arbeiten kann“, sagte der Ex-Profi.






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