Zidan widmet Tor Opfern der Stadion-Katastrophe
Fußball Ägypter trifft für Mainz beim 1:1 in Schalke – S04-Trainer Stevens hadert mit erster Halbzeit
Mainz - Mohamed Zidan reckte die Arme zum Himmel, dachte an die zahlreichen Opfer in der Heimat und genoss dann für einen Augenblick das zuletzt so seltene Glücksgefühl, nachdem er Mainz 05 am Sonnabend 1:0 in Führung geschossen hatte. Noch lange nach dem 1:1 bei Schalke 04 hatte der ägyptische Fußball-Profi Mühe, seine Emotionen in Worte zu kleiden. „Ich kann meine Gefühle gar nicht beschreiben. Ich bin sehr glücklich und auch ein bisschen stolz auf mich“, sprudelte es aus Zidan heraus, ehe seine Gedanken doch wieder zu den Opfern der Stadion-Katastrophe von Port Said mit über 70 Toten und den Unruhen in seinem Heimatland schweiften.
Dabei hatte der Einsatz des 30-Jährigen, der erst fünf Tage zuvor von Borussia Dortmund zu seiner alten Liebe Mainz zurückgekehrt war, bis wenige Stunden vor dem Anpfiff „auf der Kippe“ gestanden. „Der Arzt war bei mir, ich bekam Medikamente“, erläuterte Zidan die Auswirkungen eines Magen-Darm-Virus.
Dass er mit seinem ersten Bundesliga-Treffer seit fast zwei Jahren den ehemaligen BVB-Mitspielern zum Sprung an die Tabellenspitze verhalf, war für Zidan eine zusätzliche Freude: „Ich habe vorher mit Sebastian Kehl telefoniert und ihm ein Tor versprochen.“
Ungleich wichtiger war für den Nationalspieler ohnehin, sein Tor den Leid geprüften Menschen in der Heimat zu widmen. Mit großer Sorge betrachtet er die dortige Entwicklung. Die Katastrophe im Stadion seiner Geburtsstadt Port Said beschäftigt Zidan noch täglich. „Für mich war das ein Schock. Ich habe das Tor für meine gestorbenen Landsleute geschossen. Deswegen habe ich auch zum Himmel geschaut und die Arme hoch genommen“, erklärte der Ägypter.
Schalke war nach dem frühen Gegentreffer in der 15. Spielminute zunächst wie gelähmt. Der Elf von Trainer Huub Stevens gelang nach zuletzt fünf Siegen in Folge nur noch der Ausgleich durch Chinedu Obasi (59.), der von einem Fehler von 05-Torwart Christian Wetklo profitierte. „Wir haben es nicht gebracht in der ersten Hälfte“, sagte Stevens.
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