Claudio Pizarro trifft und schimpft
Fußball Werder kommt trotz der zwei Tore des Peruaners nicht über 2:2 in Freiburg hinaus
Unzufrieden war Claudio Pizarro (rechts) nach dem 2:2 in Freiburg. Während der Partie erhielt der Bremer von Referee Felix Brych seine fünfte Gelbe Karte und ist nun gesperrt. BILD: ddp 
von Emanuel Reinke Und Sebastian Stiekel
Freiburg - Claudio Pizarro war stocksauer. Selbst seine Saisontreffer Nummer 14 und 15 hatten Werder Bremen nicht zum Sieg beim Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga gereicht. „Wir waren in zwei Szenen nicht konzentriert genug und haben zwei Gegentore kassiert“, wetterte der Torjäger nach dem 2:2 (1:1) des Europapokal-Aspiranten beim SC Freiburg: „Deshalb rege ich mich so auf, denn wir brauchen die Punkte, damit die Mannschaften vor uns nicht so weit wegziehen. Gerade nach den Ergebnissen der anderen wäre es so wichtig gewesen, hier zu gewinnen.“
Zweimal hatte der Peruaner Bremen in Front gebracht (29. und 47.), doch am Ende stand nur ein Punkt zu Buche. Der Rückstand auf einen Champions-League-Platz beträgt weiter fast uneinholbare acht Zähler, der Vorsprung auf Rang sieben dagegen nur noch zwei Punkte.
„Dass wir zwei Tore erzielt haben, und das auswärts, ist sicherlich positiv. Aber eine zweimalige Führung dürfen wir nicht abgeben“, befand Trainer Thomas Schaaf: „Wir haben mit hohem Aufwand gespielt, aber es fehlte uns die nötige Ruhe. Aber wir sind auf einem guten Weg.“
SC-Kapitän Cedrick Makiadi (32.) und Jonathan Schmid (70.) glichen jeweils aus und erhielten den Gastgebern die Hoffnung auf den Klassenerhalt. „Die Punktverluste sind sehr ärgerlich. Sicherlich hat meine Mannschaft Moral gezeigt. Aber Moral hin, Moral her: Wir haben zwei Punkte verloren, was total wehtut“, war Freiburgs Trainer Christian Streich dennoch ähnlich angefressen wie Pizarro.
Der Werder-Stürmer sah zudem noch seine fünfte Gelbe Karte und wird im Heimspiel am Sonnabend gegen 1899 Hoffenheim fehlen. „Natürlich sind wir darüber traurig“, sagte Schaaf. „Aber wenn einer nicht dabei ist, ist das die Chance für andere, sich zu beweisen.“
In Freiburg drängte sich allerdings kaum ein anderer Bremer auf, dem eine ähnlich tragende Rolle zuzutrauen wäre. Immerhin gab Zlatko Junuzovic ein vielversprechendes Bundesliga-Debüt, den ersten Pizarro-Treffer bereitete er sogar vor. „Genauso habe ich mir das vorgestellt: Dass man hier 90 Minuten Vollgas geben muss“, sagte der 24-jährige Mittelfeldspieler: „Aber eigentlich wollten wir hier drei Punkte holen“.
Vor 22 000 Zuschauern waren die Bremer zu Beginn die spielbestimmende Mannschaft, ohne aber zunächst hochkarätige Torchancen herauszuspielen. Als Werder nachließ, kam der SC zu Tormöglichkeiten – doch die Gäste trafen. Nach einer Junuzovic-Flanke versenkte Pizarro den Ball. Kurz nach der Pause brachte Pizarro nach einer traumhaften Kombination über Tom Trybull und Mehmet Ekici sein Team zum zweiten Mal in Führung. „Das waren zwei Weltklassetore“, befand SC-Coach Streich.
Kurz nach dem 2:1 verpasste Markus Rosenberg aus aussichtsreicher Position die Vorentscheidung und traf nur den Pfosten (55.). Stattdessen kam Freiburg wieder zum verdienten Ausgleich, da es insgesamt mehr Laufbereitschaft und Mut an den Tag legte.
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