Rehhagel startet mit trainingsfreiem Tag
Fußball Neuer Hertha-Trainer nimmt Druck vom Team – Lattek warnt vor Problemen
Berlin - Am ersten Arbeitstag von Otto Rehhagel konnten seine Spieler noch mal durchatmen. Der Rummel um die Rückkehr des Trainer-Altmeisters hatte sich in der Hauptstadt etwas gelegt, die Spieler hatten frei – wie vorher schon geplant. Hertha BSC bereitete sich auf den nächsten Ansturm vor: An diesem Dienstag wird „König Otto“ erstmals auf dem Trainingsplatz des Fußball-Bundesligisten residieren.
„Der Einstand wird nicht einfach für ihn“, prophezeite Ex-Trainerkollege Udo Lattek. „Ähnlich wie bei mir wird es Vorbehalte gegen ihn geben. Die jungen Burschen in der Mannschaft haben doch ganz andere Gedankengänge“, sagte der 77-Jährige, der vor zwölf Jahren Borussia Dortmund mit einer kurzzeitigen Rückkehr auf die Trainerbank vor dem Abstieg bewahrt hatte, und ergänzte: „Im Grunde genommen hat Otto nur eine Patrone im Revolver, mehr hat er nicht zu schießen.“
Rehhagels fortgeschrittenes Rentenalter von 73 Jahren hat jedoch auch Vorteile. „Otto ist älter und weiser geworden“, sagte sein langjähriger Bremer Co-Trainer Karl-Heinz Kamp. „Alles wird sich auf Rehhagel fokussieren. Damit kann man den Druck vom Team nehmen“, meinte Ex-Bundesligatorwart Frank Rost.
In der Tat lenkt Rehhagel vorerst alle Aufmerksamkeit auf sich. Der zuvor mächtig in der Kritik stehende Hertha-Manager Michael Preetz ist aus der Schusslinie geraten. Für seinen Coup hatte sich der 44-Jährige sogar Rat von Reiner Calmund geholt. „Ich habe vergangenen Montag mit Preetz und dem Berliner Vorstand gesprochen und gesagt, schaut euch den Rehhagel an. Er wird das schaffen“, erklärte Calmund.
Den trainingsfreien Montag wollte Rehhagel zur weiteren intensiven persönlichen Vorbereitung nutzen. Dass er seine neuen Schützlinge nicht gleich auf den Platz zitierte, ist zumindest bemerkenswert. Das Trainerteam mit René Tretschok und Ante Covic habe die Woche planen sollen, so wie es das für richtig halte, hatte Rehhagel erklärt.
„Ich bin immer dabei und ich werde eingreifen, das ist doch klar“, sagte der langjährige Bremer Erfolgscoach zu seiner Rolle bei den Übungseinheiten: „Die Leute, die das hier retten können, das sind aber die Spieler. Nur die.“
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