Rehhagel lässt Berliner Spieler im Schnee schwitzen
Fußball 73-Jähriger stellt sich der Mannschaft vor – Sonnabend zum 821. Mal auf Erstliga-Trainerbank
Kontrolle ist besser: Der neue Trainer Otto Rehhagel (stehend) überwachte im Schneegestöber bei der ersten Einheit seines Teams die Übungen der Spieler. BILD: dpa 
Berlin - Auf eine wärmende Mütze hatte Otto Rehhagel trotz dichten Schneetreibens bei seiner ersten Übungseinheit als Hertha-Chefcoach verzichtet. Und auch mit seiner Eröffnungsansprache vor dem Team verdeutlichte der 73-jährige Bundesliga-Rückkehrer: Er ist heiß auf seine Rettungsmission in Berlin.
„Wenn ein Otto Rehhagel einen Raum betritt, füllt er ihn aus“, schilderte Mittelfeldspieler Peter Niemeyer die Atmosphäre beim halbstündigen Monolog des Altmeisters am Dienstag in der Kabine. „Er hat eine unglaubliche Ausstrahlung“, beschrieb Torhüter Thomas Kraft den ersten Kontakt.
„Alles Gute, Otto“, rief einer der rund 60 Fans nach einer Stunde Wintertraining dem schmunzelnden Rehhagel zu. Trainer, Manager Michael Preetz und die Profis werden es brauchen.
Rehhagel machte auch sofort klar, dass in der Gegenwart für ihn keine Namen zählen: „Es geht ums Kollektiv.“ Nur wenige Tage Kennenlernen, Einstimmen und Vorbereiten bleiben dem Trainer-Oldie, dann geht es an diesem Sonnabend für sein abstiegsgefährdetes Team im Spiel beim FC Augsburg schon um ganz viel. Es wird Rehhagels 821. Spiel als Bundesligatrainer sein – ein Rekord.
Von einem Schlussakt seiner langen Trainerkarriere will der gebürtige Essener, der mit Werder Bremen und als griechischer Nationaltrainer große Erfolge feierte, aber noch nichts wissen. „Wenn man mich um Hilfe bittet, könnte ich mir auch eine Rolle als sportlicher Berater vorstellen“, sagte er der „Bild“-Zeitung: „Alles ist offen. Aber jetzt zählen nur die nächsten drei Monate bei Hertha!“
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