WITTMUND, 28. Oktober 2011


Ausbildung künftig in New Mexico

Luftwaffe Richthofen-Geschwader vor einschneidenden Veränderungen


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Sollen künftig auch in Wittmund starten: Kampfjets des Typs „Eurofighter“ BILD: dpa  Bild vergrößern

Unklar ist noch die Zukunft der Ausbildungswerkstatt der Luftwaffe. Politik und Wirtschaft wollen für ihren Erhalt kämpfen.

von Ulrich Schönborn

Wittmund - Eine sichere Perspektive und viele offene Detailfragen – so beschrieb der Kommodore des Wittmunder Richthofen-Geschwaders, Oberst Gerhard Roubal (48), die Situation in seinem Verband am Tag nach der Bekanntgabe der neuen Bundeswehr-Strukturen. Die sehen – wie berichtet – vor, dass in Wittmund ein vie­r­tes vollwertiges Eurofighter-Geschwader stationiert wird. Wann es so weit ist, welchen genauen Auftrag es haben wird und welchen Namen es führt, muss laut Roubal nun aber erst in der Detailplanung geklärt werden.

Ideal wäre ein nahtloser Übergang von der alten Phantom auf den neuen Eurofighter Mitte 2013, sagte Roubal. Bis 2018 sollen zunächst 20 Eurofighter in Wittmund stationiert werden, in den Folgejahren sollen bis zu zwölf weitere Maschinen folgen. Ob das Geschwader auch künftig die so genannte „Alarmrotte“ für die militärische Luftraumsicherung über Deutschland stellt, sei ebenso offen wie die Frage, wann das neue Geschwader seine Sollstärke von 32 Maschinen erreicht.

Sicher sei bislang nur, dass Mitte 2013 die letzte Phantom ausgemustert wird. Dann sind auch die Tage der Luftwaffenwerft auf dem Fliegerhorst Upjever gezählt.

Die letzten vier Phantom-Piloten beenden in diesem November ihre Ausbildung in Wittmund. Eine Ausbildung für Eurofighter-Piloten wird es in Wittmund nicht geben, sie wird komplett nach New Mexico in den USA verlegt, berichtete Roubal. Das habe auch Auswirkungen auf den Flugbetrieb und die Fluglärmbelastung. Zwar sinke dadurch nicht unbedingt die Zahl der Flüge. Es entfielen aber die so genannten lärmintensiven „Platzrunden“, bei denen Flugschüler Starts und Landungen trainierten.

Unklar ist laut Roubal auch noch die Zukunft der Ausbildungswerkstatt mit gut 100 Auszubildenden. Stadt und Kreis Wittmund sowie die regionale Wirtschaft wollen um deren Erhalt kämpfen, betonten am Donnerstag Bürgermeister Rolf Claußen und Landrat Matthias Köring sowie der Präsident des Allgemeinen Wirtschaftsverbands Wilhelmshaven-Friesland, Martin Steinbrecher. Kämpfen wollen sie auch für die Umsetzung der nun gesteckten Ziele. Wichtig sei, auf die Umrüstung des Flugplatzes für den Eurofighter zu drängen, betonte Köring. Claußen forderte klare Zeit- und Zielvorgaben. „Die Hängepartie muss ein Ende haben“, sagte er.

Unklar ist auch noch die Zukunft des Flugplatzes Upjever. Zwar wird – wie berichtet – am Standort Upjever das Objektschutzregiment gestärkt. Ob es nach der Schließung der Phantom-Werft aber auch noch einen Flugbetrieb gibt, ist offen.

Nicht zur Disposition steht Roubal zufolge das vom Richthofen-Geschwader und den Objektschützern gemeinsam genutzte Munitionsdepot „Gut Husum“ bei Cleverns.

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