WITTMUND, 28. Oktober 2011


20 Eurofighter bis zum Jahr 2018

Luftwaffe Oberst Roubal zu Zeitplänen für Umrüstung des Richthofen-Geschwaders in Wittmund


Der Eurofighter löst den Phantom-Kampfjet ab. Langfristig soll Wittmund wieder zum vollwertigen Geschwader mit 32 Maschinen werden.

von Ulrich Schönborn

Wittmund - Die langfristige Einrichtung eines vierten deutschen Eurofighter-Geschwaders in Wittmund sei keine Option, sondern gesetztes Ziel. Das betonte der Kommodore des Richthofen-Geschwaders, Oberst Gerhard Roubal (48), am Donnerstag in einem Pressegespräch in der Wittmunder Kaserne, nachdem er zuvor die Angehörigen seines Verbandes über die Folgen der Bundeswehr-Strukturreform für Wittmund informiert hatte.

Wie berichtet, galt das Geschwader lange als Wackelkandidat. Insofern sei sein Erhalt eine „gute Nachricht“, betonte Roubal.

Bis das bestehende Phantom zum kompletten neuen Eurofighter-Geschwader wird, werden aber noch einige Jahre vergehen. Sicher ist: Mitte 2013 wird der letzte von derzeit 25 Phantom-Kampfjets ausgemustert. Dann sollen die Eurofighter nach Wittmund kommen – laut Roubal 20 Maschinen bis zum Jahr 2018. Als Zeitschiene für die Einrichtung des kompletten Geschwaders mit 32 Maschinen nannte der Kommodore die Jahreszahl „2020 plus“.

Derzeit gibt es in Wittmund rund 1650 Dienstposten. In der Übergangszeit soll diese Zahl auf knapp 750 sinken. Ein direkter Vergleich dieser Zahlen hinke aber, betonte Roubal. Denn neben den 750 Dienstposten für das (Teil)-Geschwader werde es in Wittmund noch viele weitere Arbeitsplätze geben, die organisatorisch künftig anderen Einheiten zugeordnet seien – darunter die Feuerwehr und die Sanitäter. Grundsätzlich werde für ein Eurofighter-Geschwader weniger Personal benötigt als für ein Phantom-Geschwader, im Schnitt sei es aber höher qualifiziert – und damit auch besser bezahlt.

Für die Umrüstung auf den Eurofighter müssen in Wittmund Roubal zufolge rund 130 Millionen Euro investiert werden. Das Gebäude für den Flugsimulator steht bereits und auch das Gerät selbst sei vor Ort – allerdings noch zerlegt in seine Einzelteile.

Nach der Entscheidung zur Schließung von 31 Bundeswehrstandorten fordern die Ministerpräsidenten der betroffenen Bundesländer Hilfen vom Bund. „Es ist mir egal, wo es herkommt“, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU).

Auch David McAllister, Niedersachsens Ministerpräsident, meinte: „Der Bund darf die betroffenen Standort-Kommunen nicht alleine lassen.“ Es müsse „unbürokratische, schnelle Hilfen“ geben. In Niedersachsen werden drei Standorte geschlossen.

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