„Alarmrotte“ bleibt Wittmund erhalten
Bundeswehrreform Blücher-Kaserne in Aurich schließt – Gespräche über 3,8 Hektar großes Gelände
Der Kommandeur der 4. Luftwaffendivision, Generalmajor Volker Zimmer, vor einer ausgemusterten „Phantom“ auf dem Gelände der Blücher-Kaserne in Aurich BILD: Norbert Wahn 
Wittmund - Die so genannte „Alarmrotte“ der Bundeswehr bleibt beim „Richthofen-Geschwader“ in Wittmund. Das betonte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Thomas Kossendey (CDU), am Montag bei einem Besuch in Wittmund. Damit sei auch sicher, dass spätestens bis Mitte 2013 die ersten neuen Eurofighter-Kampfjets auf dem Flugplatz Wittmundhafen stationiert werden. Denn dann werden die jetzt noch genutzten Phantom-Jets endgültig ausgemustert. Der Vergabe-Stopp für den Eurofighter-Umbau des Flugplatzes sei somit obsolet, sagte Kossendey.
Insgesamt sollen 130 Millionen Euro investiert werden. Die Arbeiten müssten nun zügig fortgesetzt werden. Nach Angaben von Geschwader-Kommodore Oberst Gerhard Roubal werden für die Einsatzfähigkeit der Alarmrotte, die den Luftraum über Deutschland sichert und zum Beispiel aufsteigt, wenn nicht identifizierbare Flugzeuge am Himmel auftauchen, sechs bis acht Maschinen benötigt.
Wittmund soll im Rahmen der Bundeswehrstrukturreform als vierter Geschwader-Standort der Luftwaffe erhalten werden. Mittelfristig soll die Einheit 20 Eurofighter erhalten und langfristig zu einem vollwertigen Geschwader mit 32 Maschinen aufwachsen. Kossendey sprach hier von einem Zeitraum von sieben bis acht Jahren. Die Stationierung der Eurofighter hänge nicht zuletzt von der Lieferfähigkeit des Herstellers ab. Dort werden die Jets künftig auch generalüberholt. Eigene Werften der Luftwaffe wird es laut Kossendey dafür nicht mehr geben.
Als „ärgerliche Sache“ bezeichnete Kossendey die zunächst falschen Informationen zur Zukunft des Bundeswehrstandorts Diepholz. Grund sei ein Übertragungsfehler bei der Erstellung der Listen zur Bundeswehrstrukturreform gewesen. In Diepholz sind auch Einheiten des Objektschutzregiments der Luftwaffe stationiert. Sie werden zum Hauptsitz des Regiments nach Schortens (Kreis Friesland) verlegt.
In Aurich dagegen gehen langsam die Lichter aus: Von 550 Dienstposten bleiben nach der Bundeswehrreform 110 übrig – und das in einem Munitionslager im Stadtteil Dietrichsfeld. Denn die Blücher-Kaserne wird ganz geschlossen. Aurich war einst Garnisonsstadt und 50 Jahre Divisionsstandort. Das Kommando Luftwaffendivision wird aufgelöst, wie Generalmajor Volker Zimmer erklärte. Das Kommando Einsatzverbände wird in Köln aufgestellt.
Aufgelöst wird auch das Kreiswehrersatzamt. Hier hoffe man, einen Standort für Nachwuchs-Werbung einrichten zu können.
Wie es mit dem 3,8 Hektar großen Kasernengelände weitergeht, steht noch nicht fest. Bürgermeister Heinz-Werner Windhorst betonte, darüber werde man sich jetzt Gedanken machen und auch mit möglichen Investoren sprechen. „Für uns in Aurich endet eine Ära, auch wenn wir Bundeswehrstandort bleiben“, so der Bürgermeister.
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