OLDENBURG, 8. Februar 2012


Programm für den zerstreuten Professor

Gründung Wissenschaftsmanager als Bindeglied zwischen Forschern und Finanztöpfen


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Vereinsvorsitzende Isabel Müskens BILD: privat  Bild vergrößern

Der Verein „Netzwerk Wissenschaftsmanagement“ will den neuen Beruf definieren. Seinen Sitz hat er in Oldenburg.

von Patrick Buck

Oldenburg - Es ist ein Klischee, aber zerstreute Professoren (und natürlich auch Professorinnen) gibt es wirklich. In der Forschung erledigen sie ihre Arbeit über Jahre, für Einflüsse von außen haben sie kaum ein Auge. Doch auch sie sind abhängig von Finanztöpfen, fachlichen Neuausrichtungen oder Zielmarken. Das alles unter einen Hut zu bekommen, ist ein Fall für Wissenschaftsmanager.

„Wir sind nicht Verwaltung und wir sind keine Wissenschaftler“, erklärt Isabel Müskens in ihrem kleinen Büro an der Uni Oldenburg. Wissenschaftsmanager seien ein Bindeglied zwischen diesen beiden Bereichen, zudem gestalten sie Rahmenbedingungen für Wissenschaft und formulieren Ziele – natürlich für alle Wissenschaftler, nicht nur für die zerstreuten. „Uns beschäftigt die Frage: Was macht Ereignisse in der Forschung wahrscheinlich?“

Müskens muss es wissen. Sie ist nicht nur Mitarbeiterin der Stabsstelle Studium und Lehre für den Bereich Strukturplanung und Innovation an der Universität Oldenburg. Sie ist zudem Vorsitzende des im vergangenen Jahr gegründeten Vereins Netzwerk Wissenschaftsmanagement, dessen Geschäfte sie von Oldenburg aus führt.

Müskens Beruf ist nicht sehr scharf abgegrenzt. Je nach Definition hat sie deutschlandweit zwischen 800 und 10 000 Kolleginnen und Kollegen. Viele von ihnen sind Quereinsteiger, eine eigene Interessenvertretung gab es bislang nicht. Statt dessen saßen die Wissenschaftsmanager eher zwischen den Stühlen und waren vielleicht als Teil ihres Fachbereichs organisiert. Das soll sich mit dem neuen Verein nun ändern. „Wir wollen ein Selbstverständnis für unseren Beruf definieren“, so Müskens.

Die Resonanz auf diesen Vorstoß ist gut. Waren es bei der Gründung im Frühsommer 2011 in Berlin noch 13, sind inzwischen schon fast 100 Mitglieder registriert. Auch die Auftaktkonferenz war ein Erfolg. 300 Teilnehmer kamen im vergangenen November nach Berlin, um sich auszutauschen.

Nun gilt es, den Verein auch mit Leben zu füllen. Dazu sollen thematische Arbeitsgruppen gebildet werden. Dabei soll es um Themen gehen wie den Spagat zwischen Wissenschaft und Wissenschaftsmanagement, oder um die Aus- und Weiterbildung von Wissenschaftsmanagern, für die es noch keinen klassischen Weg gibt. „Wir müssen überlegen, wie wir den Nachwuchs an unseren Beruf heranführen können“, sagt Müskens.

Doch der Blick richtet sich nicht nur auf das Fundament, auch die Spitze hat der Verein im Auge. Universitätspräsidien, große Forschungsinstitute, Ministerien – hier sind Karrieren möglich. „Wie kommt man in die Top-Positionen? Auch das könnte eine Arbeitsgruppe erörtern.“ Auch wenn das Büro, von dem die Vereinsvorsitzende aus arbeitet, klein ist. Die Ziele sind groß.

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 @  http://www.netzwerk-wissenschaftsmanagement.de




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