OLDENBURG, 22. Februar 2010


Ohne alle Regeln mitreißend

MUSIK 150 Mitwirkende bei „Classic meets Pop“ – Künstler aus der Region


Bild

Großes Finale einer großartigen Show: „Classic meets Pop“ begeisterte die Zuschauer an zwei Abenden. BILD: PIET MEYER Bild vergrößern

DIE SHOW HOB DIE SCHRANKEN ZWISCHEN E- UND U-MUSIK AUF. DIE MUSIKER UND TÄNZER ÜBERZEUGTEN ALLESAMT MIT GROßER SPIELFREUDE.

VON TOBIAS KOLB

Oldenburg - Konfetti-Kanonen und Feuerfontänen markieren das große Finale: Rocker und Tenor, Hip Hop-Crew und Coverband, Kammerchor, Operndiva und Soulband – alles Künstler aus der Region Oldenburg – liegen sich in den Armen, feiern eine großartige Show. In dem Getümmel ist das Oldenburgische Staatsorchester, das von Dirigent Jason Weaver lässig groovend und cool durch den Abend geleitet wurde, kaum noch auszumachen. Dicht an dicht drängen sich über 150 Musiker und Tänzer beim großen „Classic meets Pop“-Finale auf der Bühne der Oldenburger EWE-Arena, interpretieren Robbie Williams „Let Me Entertain You“.

Die HipHop-Formationen „The Diamonds“, „Gehr-mann“ und „Freakaddict“ tanzen akrobatisch vor der Kulisse des Orchesters, der Oldenburger Kammerchor schaut interessiert zu; was als unvereinbar erscheint, verschmolz bei „Classic meets Pop“ zu einer großen Melange. „Heute Abend gibt es keine Regeln, sie werden alle außer Kraft gesetzt“, verkündete Eske Meyer, Redaktionsleiterin von NWZTV , die gemeinsam mit dem Generalintendanten des Oldenburgischen Staatstheaters, Markus Müller, charmant durch den Abend führte, das Motto von „Classic meets Pop“.

Jung und inspiriert

Erst zum zweiten Mal fand die regellose Veranstaltung statt. Doch es scheint, dass „Classic meets Pop“, das mühelos die Schranken von U- und E-Musik aufhob, bereits zu einer festen Instanz im Oldenburger Kulturjahr geworden ist. Zwei Shows, bereits vor Monaten ausverkauft, untermauern diesen Erfolg. Wer braucht da noch den eingeschlafenen Budenzauber der „Nokia Night Of The Proms“, die jedes Jahr ein paar müde Weltstars aus der Vergessenheit hievt, die ihre angestaubten Hits mit einem großen Orchester darbieten, wenn man ein ähnliches Konzept mit jungen, hungrigen, inspirierten Künstlern aus der Region Oldenburg umsetzen kann? Natürlich niemand.

Gefühlvoll und virtuos

Die Spielfreude, wie sie zum Beispiel von Soulrise, der Big Band der Universität Oldenburg, oder von der 14-jährigen Emily Fröhlich, die mit ihrer Begleitband auftrat, vermittelt wurde, war einfach mitreißend. 2700 Zuschauer konnten sich überzeugen, dass Madonnas „Like A Prayer“, gesungen von dem Energiebündel Steff Heinken, auch mit Orchester wunderbar funktioniert, ebenso wie Kiki Beyers Ballade „Let The Earth Be A Part Of Your Heart“, dargeboten mit den Sängerinnen von Voices for one World.

Und dann waren da noch die magischen Momente, die „Classic meets Pop“ krönten: Der ausdrucksstarke russische Tenor Alexej Kosarev vom Opernensemble des Staatstheaters überzeugte mit seiner Hommage an Caruso, während Bassist Derrick Ballard, mit wallendem Haar und gestärkt durch einen kräftigen Schluck Bier, die Gänsehautballade „Nothing Else Matters“ mit bombastischem Orchestereinsatz zelebrierte. Die 13 Percussionisten des Schlagwerk Nordwest zeigten, dass auch Platz für Avantgarde sein kann, während Gerrit Schulte, Sänger der Hardrock-Formation Ratpack, durch ein Outfit bestach, das mit eng und knapp nur unzureichend umschrieben ist. Der gefühlvolle Auftritt von Schwesterherz, die Coverband Roxx, die virtuose Violinistin Gabriella Paterson, die Operndiva Irina Wischnizkaja und der Klamauk der Wackeltenöre bestätigten den Eindruck: Mehr Show, mehr Bombast, mehr Musik geht nicht.

ANZEIGE

Und als alle Beteiligten dann noch als Zugabe „Thank You For The Music“ anstimmten, konnte man als Zuschauer nur dankbar sein, dass es an diesem außergewöhnlichen Abend keine musikalischen Regeln gab.

NWZTVzeigt einen Beitrag unter www.NWZonline.de/nwztv

Bilder unter www.NWZonline.de/fotos-kultur




WEITERE ARTIKEL AUS DIESEM RESSORT
Show ein Jahr vorher ausverkauft

11.02.2012 - Man könnte einen Werbegag vermuten. Doch nein, es ist eine Tatsache, dass eine Woche nach Ende der vierten Ausgabe von „Classic meets Pop“ die fünfte bereits ausverkauft ist. „Diese Nachfrage nach Karten für den 16.mehr

Zwei Welten mit einer Sprache

06.02.2012 - Jason Weaver blickt irritiert ins weite Rund der Oldenburger EWE-Arena. Vor dem Dirigenten des Oldenburgischen Staatsorchesters stehen drei Gestalten in weißen Overalls mit grellen Neonstreifen. Moderatorin Annie Heger, die gemeinsam mit Axel Goldbeck durch den Abend führt, interviewt die jungen Elektro-Hip-Hopper von „De fofftig Pens“ nach ihrem Auftritt – auf platt.mehr

Stelldichein der schönen Töne

06.02.2012 - Wenn die Show vorbei ist, der Vorhang gefallen, wenn die Musiker ihre Instrumente husch husch einpacken und das Publikum dem Ausgang zustrebt – dann ist Zeit für „nach der Show“. Der Adrenalinspiegel bei den Künstlern der Großproduktion von „Classic meets Pop“ sinkt nur langsam, man spricht über die Auftritte, tauscht Erfahrungen aus.mehr

„Classic meets Pop“ verzaubert mehr als 6000 Zuschauer in Oldenburg

07.02.2011 - Die mit rund 200 Quadratmetern Größe eigentlich riesige Bühne wirkt beinahe winzig. Dicht an dicht drängeln sich die mehr als 70 Mitglieder des Oldenburgischen Staatsorchesters. Im Laufe des Abends werden hier mehr als 200 Musiker aus der Region auftreten.mehr

Anzeige
Umfrage

Welche Chancen räumen Sie der deutschen Elf bei der Fußball-EM ein?




Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Textfeld! Captcha
Marktplatz
Regional
Immobilien
Automarkt
Flohmarkt

Jobs
NWZ-Wetter
23 °C
7 °C
Details/Prognose Wetterwarnung Regenradar
 
RSS-Dienste RSS-Dienste | RSS-Dienste Webcams | Mobil | Kontakt | Impressum | Login
AktuellesAus der RegionKundenserviceMarktplatzRat und Tat