OLDENBURG, 22. Februar 2010


Bass spielt auch gern Rocker

KONZERT „Classic meets Pop“ vereint Musik-Genres auch abseits der Bühne


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Auf diesem Bild versteckt sich ein Bass: Derrick Ballard (Mitte) stieß auf der After-Show-Party mit (von links) Joerg Cassel, Detlef Borchardt, Gerrit Schulte und Carsten Meyer von der Rockband Ratpack an. BILD: LUKAS LEHMANN. Bild vergrößern

DAS PUBLIKUM IST SO VIELFÄLTIG WIE DIE MUSIKSTILE. DIE GRENZEN ZWISCHEN POP UND KLASSIK VERSCHWIMMEN SCHNELL.

VON PATRICK BUCK

Oldenburg - Treffpunkt der besonderen Art: Classic meets Pop bedeutet nicht nur, dass Musikstile zusammenfinden. Der Reiz des Konzerts liegt auch darin, dass jedes Genre seine Musiker und sein Publikum zur selben Zeit in die EWE-Arena lockt. Was dazu führte, dass am Wochenende Rocker und Geiger ins Gespräch kamen oder Opernfreunde und Popfans in der Pause über die Auftritte ihrer Favoriten diskutierten.

„Als Alexej Kosarev ’Caruso’ gesungen hat, hatte ich Tränen in den Augen“, schwärmt Daniela aus Oldenburg. Ganz klar, in der klassischen Musik fühlt sie sich zu Hause. Sina Ungermann und Ansgar Czerwinski sind dagegen Anhänger des Pop. „Insgesamt war es ein gelungener Abend“, meint Czerwinski. „Ich hätte mir aber noch mehr mit dem Orchester arrangierte Popsongs gewünscht“. Auch Ungermann ist dieser Meinung. Obwohl: „Den Alexej Kosarev fand ich auch toll.“ Viele Damen, egal welcher Musikfraktion sie angehören, hat der große Tenor mit den dunklen Haaren beeindruckt.

Frisuren sind auch später auf der After-Show-Party ein Thema – allerdings bei den Männern. Denn Derrick Ballard, seines Zeichens Bass im Ensemble des Staatstheaters, fügt sich mit seiner Mähne wunderbar bei den langhaarigen Musikern von Ratpack ein und lässt sich sogar zum gemeinsamen „Headbanging“ – der rhythmischen Kopfbewegung, bei der die Haare nur so fliegen – animieren. Dass Ballard mit den Rockern auch musikalisch mithalten kann, hatte er zuvor auf der Bühne mit einem Metallica-Song bewiesen.

Überhaupt fallen Ratpack an diesem Abend natürlich besonders auf. Knallhart wirkten sie auf der Bühne. „Aber wir waren vorher total aufgeregt“, gibt Bassist Carsten „Sharki“ Meyer zu. Schließlich spielt die Band nicht alle Tage für sitzendes Publikum. „Ein paar leicht schockierte Gesichter konnte ich von oben sehen“, lacht Gitarrist Detlef „Dethy“ Borchardt. Die vier Rockmusiker fühlen sich in ihrer Rolle als Kontrast zur Klassik sichtlich wohl.

Und sie überwinden diese vermeintliche Grenze sogleich spielend im Gespräch mit dem 1. Konzertmeister des Staatsorchesters, Lev Gelbard. „Ich steh’ auf Hardrock“, bekennt der Violinist. Klassik, Pop, Rock – es ist eben doch alles Musik.

Kultur s.26

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