OLDENBURG, 6. Februar 2012


Zwei Welten mit einer Sprache

„Classic meets Pop“ begeistert in Oldenburg


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Bunte Mischung: Musiker aus der Region und das Oldenburgische Staatsorchester gemeinsam auf der Bühne BILD: L. Lehmann  Bild vergrößern

Das Oldenburgische Staatsorchester und über 150 Künstler aus der Region erfüllen die EWE-Arena mit Musik. Stilistische Mauern werden in Trümmer gelegt.

von Tim Gelewski

Oldenburg - Jason Weaver blickt irritiert ins weite Rund der Oldenburger EWE-Arena. Vor dem Dirigenten des Oldenburgischen Staatsorchesters stehen drei Gestalten in weißen Overalls mit grellen Neonstreifen. Moderatorin Annie Heger, die gemeinsam mit Axel Goldbeck durch den Abend führt, interviewt die jungen Elektro-Hip-Hopper von „De fofftig Pens“ nach ihrem Auftritt – auf platt. Für den gebürtigen Amerikaner Weaver schwer zu verstehen. Doch gehört Platt sicher dazu, wenn die Region bei „Classic meets Pop“ musikalisch ihr Gesicht zeigt.

Klassik und Pop – zwei Welten, die sich einer Sprache bedienen – eben jener der Musik: So lässt sich das Konzept der bereits vierten Auflage des Events auf den Punkt bringen. Obwohl die Umschreibung der Vielfalt nicht ganz gerecht wird – neben Pop und Klassik gibt es Arien, Big-Band-Jazz, Samba und vieles mehr zu hören. Alles gespielt von Künstlern aus der Region. Die Konzerte am Freitag und Sonnabend sind ausverkauft. Fast 6000 Zuschauer kommen.


Krasse Kontraste
Nebel steigt auf, Lichtblitze zucken, Scheinwerfer kreisen. Das Staatsorchester eröffnet mit einem Stück von Wagner den Abend. Es folgt der komplette Kontrast: Michael Jacksons „Billy Jean“. Dem Pop-Klassiker steht das klassische Gewand, das ihm das Staatsorchester anlegt, außerordentlich gut. Sänger Tony Johnson glänzt später noch beim Intro von Elton Johns „Circle Of Life“, im Hauptteil gesungen von Ines Plettenberg und dem Lambertichor.



Die Bühne wirkt winzig in solchen Momenten, allein das Staatsorchester umfasst gut 70 Musiker. Am Rande postiert sich die „Classic-meets-Pop-Band“ auf gefühlten drei Quadratmetern. Und doch vermögen es die vier Musiker, den riesigen Saal mit Klang zu fluten.


Lametta zum Finale
Höhepunkte setzt die Fraktion „Rock“: In breitbeiniger Pose lässt der Gitarrist der „Shy Guys“ auf dem Bühnenschiff die Mähne kreisen. Und drischt auf seiner Flying-V-Gitarre das Intro von AC/DC’s „Thunderstruck“, gefolgt von „T.N.T“, zu dem sich der Sänger der Band Töne rauspresst, wie man sie nur von einer Whiskey-veredelten Rocker-Stimme erwartet. Doch sind die fünf „Shy Guys“ erst zwischen 13 und 15 Jahren alt.

Su Kramer startet ein Medley aus dem Musical „Hair“ mit einer Art Bar-Jazz-Intro von „Age Of Aquarius“, das in eine groovende Big-Band-Nummer ausufert. Tenor Daniel Ohlmann begeistert mit einem Stück aus „La Boheme“ von Puccini und Robbie Williams’ „Angels“.

Die Tuesbrassers verbeugen sich mit „Valerie“ vor der verstorbenen Soul-Ikone Amy Winehouse. Einzig die Frisur von Sängerin Jutta Gürtler, gekleidet und geschminkt wie das Original, erreicht nicht ganz die Dimensionen der berühmten „Bienennest-Frisur“ der Winehouse.

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Weitere Höhepunkte setzen Gerrit Winter mit „Taxi nach Paris“, Sopranistin Angela Bic mit einer Arie und „Grenades“ von Bruno Mars sowie die Glam-Rocker von „Sweety Glitter“.

Zum großen Finale versammeln sich sämtliche Musiker bei „Love Takes Over“ auf der Bühne. Lametta-Kanonen-Salven krachen und entlassen das Publikum in die eiskalte Nacht.




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