Handwerk:
Für diese Müller dreht sich alles um Museumsmühlen

Sechs Ehrenamtliche absolvieren Ausbildung – Barßeler Windmühle erste Station

Barßel Es herrscht kein Wind. Die Flügel stehen still. Nur ganz oben am Gebälk der Ebkenschen Windmühle aus dem Jahre 1717 in Barßel knackt es ein wenig. Doch das ist für die angehenden freiwilligen Müller, die es sich auf der Galerie gemütlich gemacht haben, Musik in ihren Ohren. Sechs Mühlenfreunde aus ganz Niedersachsen, darunter eine Frau, lassen sich derzeit zu freiwilligen Müllern ausbilden. Erste Ausbildungsstation war die Windmühle in Barßel.

Bevor es für die „Lehrlinge“ zur Theorie und Praxis ging, hieß der Vorsitzende des Bürger- und Heimatvereins Barßel, Josef Wagner, die Gäste auf der Galerie willkommen. Der Verein kümmert sich um die Mühle. „Es ist schön, dass Sie sich zu freiwilligen Müllern ausbilden lassen. Nur so kann gesichert werden, dass die Mühlen nicht aus dem Ortsbild verschwinden“, so Wagner.

„Wir bilden aus, damit die Mühlen noch weiter betrieben werden können“, sagte der 79-jährige Ausbilder und Müllermeister Hans Hermann Bohlmann aus Syke. Denn es gebe kaum noch Müllermeister. Seit etwa 14 Jahren werden in Niedersachsen Interessierte zu Müllern ausgebildet. Während in Ostfriesland und dem Emsland mittlerweile eine gute Müllerdichte herrscht, gibt es rund um Osnabrück und Bremen noch einige Lücken. Der Nachwuchs wird dringend gebraucht.

Die Ausbildung läuft in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Diepholz und der Niedersächsischen Mühlenvereinigung und umfasst 160 Unterrichtsstunden. Die praktischen Einheiten reichen vom Steineschärfen bis zum Schroten. In der Prüfung müssen die Teilnehmer beispielsweise einen Getreidesack mit Hilfe des Aufzugs punktgenau neben dem Mahlwerk platzieren, Segel setzen oder Zähne einbauen. Auch Wetterkunde, Historie oder der Unfallschutz gehören dazu.

Doch jede Mühle ist anders: Deshalb lernen sie an mehreren Orten und das zu vier Jahreszeiten. „Wir prüfen auf Wind- und Wassermühlen“, erklärte Müllermeister Johann Hünneken aus Bruchhausen-Vilsen, der mit Bohlmann den Kursus abhält. Am Ende steht die Prüfung vor der Mühlenvereinigung.

„Mich begeistert die alte Technik der Mühlen“, sagte Almuth Janssen aus Jever. Deshalb lasse sie sich ausbilden. Der Müllergruß „Glück zu“ dürfe nicht verstummen und solle noch lange zu hören sein, wünschte sich auch Barßels freiwilliger Müller Franz Cloer.

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