Kinderpornografie:
Fantasien sprengen jede Vorstellung

Amtsgericht verurteilt ehemaligen Lehrer (38) zu sechs Monaten Haft auf Bewährung

Bereits 2006 war gegen den Cloppenburger wegen Besitzes von Kinderpornografie ermittelt worden. Die Richterin verlas den E-Mail-Verkehr öffentlich gegen den Willen des Angeklagte.

CLOPPENBURG Wegen Besitzes kinderpornografischer Bilder und Schriften hat das Cloppenburger Amtsgericht am Mittwoch einen ehemaligen Lehrer aus Cloppenburg zu sechs Monaten Haft mit Bewährung verurteilt. Das Gericht war davon überzeugt, dass der 38-Jährige im Sommer 2009 vorsätzlich kinderpornografische Bilddateien auf seinen Computer geladen hatte. Der Angeklagte, der heute Privat-Unterricht erteilt, hatte das bestritten. Er will die Dateien unwissentlich auf seinen Rechner geladen haben.

Er sei homosexuell und interessiere sich für junge Erwachsene. An Kindern sei er aber nicht interessiert, erklärte der Angeklagte. Das aber stieß am Mittwoch auf Skepsis. Denn der E-Mail-Verkehr, den die Vorsitzende Richterin Isabel Lindner gegen den Willen der Verteidigung und in öffentlicher Sitzung verlas, sprach eine ganz andere Sprache. Was der Pädagoge „Kopfkino“ nannte, bezeichnete die Richterin am Mittwoch als „ekelhafte Dinge“. Die Fantasien, die der 38-Jährige mit Gleichgesinnten im Internet ausgetauscht habe, sprengten jede Vorstellung.

Bereits 2006 war gegen den 38-Jährigen wegen Besitzes von Kinderpornografie ermittelt worden. Damals wurde das Verfahren aber gegen eine Geldauflage wieder eingestellt. Gelernt hatte der Angeklagte aus diesem Verfahren offensichtlich aber nichts. Dass er nun wieder ins Visier der Ermittler geriet, war einem Zufall zu verdanken gewesen. Am 30. Juni 2009 hatte der Angeklagte zwei junge Männer, die er kurz zuvor kennengelernt hatte, zu sich nach Hause eingeladen. „Der wollte mich anmachen“, sagte einer von ihnen am Mittwoch.

Nach Überzeugung des Gerichtes hatte der Angeklagte den beiden jungen Männern zuvor kinderpornografische Bilder auf seinem Rechner gezeigt. Die beiden Besucher waren aber keineswegs interessiert daran, im Gegenteil. Sie stahlen noch in derselben Nacht das Auto des Angeklagten, darin das Handy des 38-Jährigen.

Nachdem die beiden Diebe dann festgenommen worden waren, erzählten sie der Polizei von den kinderpornografischen Bildern des Angeklagten. Die Beamten hatten dann für den 38-Jährigen eine gute und eine schlechte Nachricht: Sein Auto sei gefunden worden, und es finde jetzt eine Hausdurchsuchung statt.

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Kinderpornografie
Fantasien sprengen jede Vorstellung
Bereits 2006 war gegen den Cloppenburger wegen Besitzes von Kinderpornografie ermittelt worden. Die Richterin verlas den E-Mail-Verkehr öffentlich gegen den Willen des Angeklagte.
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24.05.2012
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