Politik:
Antisemitismus-Vorwurf: Dunkel entschuldigt sich

Löninger Landtagskandidat will auf Mandat verzichten

– Gedicht über Beschneidung bei Juden und Muslimen verfasst

Der Kreisverband stellte sich hinter seinen Kandidaten. Dunkel habe telefonische Morddrohungen erhalten.

Cloppenburg Eine scharfe Debatte um Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit hat Ulf Dunkel aus Löningen, Direktkandidat für die Grünen im Wahlkreis Cloppenburg, ausgelöst. Der 49-jährige Löninger hatte in einem im Internet veröffentlichten Gedicht gegen die Beschneidung jüdischer und muslimischer Neugeborener von „Arschlöchern“ und „blinden Fanatikern“ geschrieben. In einem anderen Gedicht heißt es: „Wetzt das Messer, singt ein Lied, ab die Vorhaut von dem Glied.“

Jehuda Wältermann, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Oldenburg, sagt, er habe sich das Gedicht „noch nicht angetan“. Die Beschneidungsdebatte sei es zwar wert, darüber zu sprechen. Ihm gehe es dabei aber zu selten um die Argumente aus Medizin und Psychologie.

„Hasserfüllten Hochmut“ warf der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, in der „Süddeutschen Zeitung“ Dunkel vor und forderte die Grünen auf, ihn zurückzuziehen. Auch aus den eigenen Reihen hagelte es deutliche Kritik. Nun hat Dunkel Konsequenzen gezogen. Er werde im Falle eines (ohnehin umwahrscheinlichen) Wahlsieges das Landtagsmandat nicht antreten, teilte Michael Jäger für den Vorstand des Grünen-Kreisverbandes Cloppenburg mit.

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