Auszeichnung:
Museumsdorf erringt zweites Gütesiegel

Staatssekretärin überreicht in Hannover Urkunde an Professor Dr. Uwe Meiners

85 Seiten stark ist das Bewerbungskonzept. Darin zeigten die Verantwortlichen unter anderem die Ziele ihrer Arbeit auf.

Hannover/Cloppenburg Es ist geschafft: Am Mittwoch hat das Museumsdorf Cloppenburg das Museumsgütesiegel der Länder Niedersachsen/Bremen im Hause der Niedersächsischen Sparkassenstiftung in Hannover verliehen bekommen.

Das Museumsgütesiegel

Das Museumsgütesiegel ist entwickelt worden, um Museen in ihrer Arbeit zu stärken und sie zukunftssicher zu machen. Initiiert wurde es vom Museumsverband für Niedersachsen und Bremen, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.

Aus Sicht dieser Initiatoren sind für die Evaluation von qualitätsvoller musealer Arbeit nicht nur Besuchszahlen von Bedeutung, sondern alle vier Kernbereiche des musealen Handelns – Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln. Es geht um die Beurteilung musealer Arbeit insgesamt – also auch um die, die hinter den Kulissen geleistet wird.

Das Museumsgütesiegel wird in der Regel für sieben Jahre verliehen. Vorteil für die Teilnehmer: Ihre Arbeit wird umfangreich analysiert. Auf dieser Grundlage werden Konzepte für die Verbesserung entwickelt. Zudem kommen sie in den Genuss von Schulungen und einer Selbst- und Fremdevaluation.

Der Weg dahin war kein leichter, wie Museumsdirektor Professor Dr. Uwe Meiners gegenüber der NWZ  erläuterte. „Um dieses Ziel zu erreichen, sind die Messlatten im Gegensatz zum ersten Durchgang – für uns war das im Jahr 2007 – deutlich höher gelegt worden“, sagte Meiners. So beinhalte das Durchlaufen des Verfahrens beileibe nicht den Automatismus der Zielerreichung. „Wir haben dafür sehr viel Arbeit und Zeit investieren müssen.“ Er hoffe, dass sich dieser Einsatz für die Erreichung des Gütesiegels auszahle.

85 Seiten umfasst das ausgearbeitete Konzept, mit dem sich die Verantwortlichen des Museumsdorfs um die Auszeichnung beworben haben. 85 Seiten, auf denen detailliert, und doch knapp geschildert die Arbeit der Einrichtung dargelegt wird.

Das Museumsdorf gilt als das älteste – nach wissenschaftlich-museologischen Maßstäben geführte – Freilichtmuseum Mitteleuropas. Seine Sammlungs- und Vermittlungsschwerpunkte reichen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. Das Museum, so erläutern die Verantwortlichen im Konzept, legt an sich selbst hohe Maßstäbe, begreift sich als eine dienstleistungs- und serviceorientierte Einrichtung. Primäres Ziel der Arbeit sei es, das Museumsdorf für seine Besucher als einen Ort informativer und attraktiver Geschichtsvermittlung erlebbar zu machen.

Ob die Arbeit und der Einsatz des Museumsdorfs ausreicht, um ein Gütesiegel zu erhalten, wurde von einer extra einberufenen Kommission geprüft. Am Mittwoch nun konnte Meiners in Hannover das Gütesiegel 2016 bis 2022 in Empfang nehmen. Die Verleihung nahmen Andrea Hoops, Staatssekretärin im Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Direktorin der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, Dr. Sabine Schormann, und die erste stellvertretende Vorsitzende des Museumsverbandes für Niedersachsen und Bremen, Dr. Frauke von der Haar, vor.

„Ich freue mich, dass neben überregional bekannten Häusern mit großen Sammlungen auch kleinere Museen mit spezialisierten oder vor allem regional bedeutsamen Sammlungen ausgezeichnet werden. Dies zeigt sehr eindrucksvoll, dass wir in Niedersachsen eine vielfältige und herausragende Museumslandschaft haben“, sagte Hoops. Schormann betonte: „Das Museumsgütesiegel ist für jedes Museum eine Auszeichnung, die sich nicht nur für das Museum selbst, sondern auch für die Träger und Mitarbeiter der Museen sowie für Drittmittelgeber positiv auswirkt.“

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