• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

30 000 Gefangene ließen Leben in Lagern

01.06.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-06-01T09:35:08Z 280 158

Mann Ü 60:
30 000 Gefangene ließen Leben in Lagern

Garrel/Esterwegen Beeindruckt von der Geschichte und der musealen Aufarbeitung in der Gedenkstätte zeigten sich die Männer der Gruppe „Mann ü 60“ bei ihrem Besuch in der Gedenkstätte Esterwegen. Museumsführer Kurt Buck verstand es, den geschichtlichen Zusammenhang des Konzentrationslagers einzuordnen und das Leben der Gefangenen im Lager zu beschreiben. Ehe der Landkreis Emsland beschloss, eine Gedenkstätte einzurichten, wurde es als Durchgangslager für DDR-Flüchtlinge und von der Bundeswehr bis 2000 als Depot genutzt.

Während des Nazi-Regimes wurden dort zunächst ausschließlich politische Gegner inhaftiert. Bis zu 2000 Gefangene wurden eingesperrt, die im Moor arbeiten mussten. Die „Moorsoldaten“ sollten das Moor kultivieren, um aus dem Armenhaus Emsland eine Kornkammer für das Ruhrgebiet zu schaffen. Zu hören war während des Vortrages auch das Lied „Wir sind die Moorsoldaten“, das zwei Tage nach der ersten Aufführung verboten wurde, sich aber trotzdem rasch verbreitete.

„Esterwegen war ein Konzentrationslager für politische Gefangene, deren Widerstand man brechen wollte. Es war kein Vernichtungslager“, sagte Museumsführer Kurt Buck. Dennoch starben viele an Hunger und Krankheit. In den insgesamt 15 Emsland-Lagern kamen 30  000 Gefangene bis zur Befreiung bei Kriegsende ums Leben.

Ein Vortrag mit Bildern, ein Rundgang im Gelände und der Besuch der Ausstellung ermöglichten umfassende Information. In der Ausstellung sind viele Exponate zu sehen, die Gefangene zur Verfügung gestellt haben. Die Gedenkstätte ist international bekannt, weil im späteren Verlauf des Krieges auch Polen, Belgier und Italiener Gefangene waren.

Der Besuch des Klosters auf dem Gelände beeindruckte zudem. Durch den Raum der Erinnerung und den Raum der Sprachlosigkeit gelangt man in die Kapelle. Die Symbole in den Räumen sollen zum Nachdenken und zum Gespräch anregen. Dabei wurde bewusst auf christliche Symbole verzichtet, um niemanden auszugrenzen oder zu vereinnahmen. Zur Zeit bewohnen drei Franziskanerinnen das Kloster.