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Nach Streit folgt anonyme Anzeige

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Wohltäter Aus Strücklingen:
Nach Streit folgt anonyme Anzeige gegen „Flugkraft“

Strücklingen/Oldenburg Der Vorwurf wiegt schwer. Hat die gemeinnützige Flugkraft GmbH tatsächlich Spendengelder veruntreut? Der Staatsanwaltschaft Oldenburg liegt jedenfalls eine anonyme Anzeige vor, wonach jetzt wegen des Anfangsverdacht der Untreue ermittelt werde, bestätigte Erster Staatsanwalt Martin Rüppell auf Anfrage der NWZ.

Was steckt wirklich hinter der Anzeige? Konkret geht es um einen Streit zwischen einer Familie aus Leer und „Flugkraft“ aus Strücklingen. Nach einem gemeinsamen Spendenaufruf für eine Delfintherapie in den USA für den schwer kranken Jungen Carl (5) aus Leer fand sich Anfang des Jahres eine anonyme Spenderin. Diese hat 12 000 Euro an die Organisation aus dem Saterland, die sich um krebskranke Menschen kümmert, überwiesen.

Nun konnte aber der kleine Carl die lange Reise in die Vereinigten Staaten nicht antreten. Stattdessen machte der Fünfjährige eine Delfintherapie auf Mallorca. „Flugkraft“ hatte der Familie für diese Reise 2600 Euro gezahlt. Da nach Ansicht von „Flugkraft“ und deren Geschäftsführerin Marina Proksch-Park das Geld zweckgebunden an eine Delfintherapie gewesen sei, sollte kein weiteres Geld an Carls Familie fließen. Die Familienangehörigen sehen das aber ganz anders. Das Geld sei sehr wohl ausschließlich für Carl gespendet worden, und zwar nicht nur für eine Delfintherapie. „Wir fühlen uns betrogen. Und die Leute sollen wissen, dass wir das Geld nicht bekommen haben“, sagte Elfie Schröder, Großmutter von Carl. Das Tischtuch zwischen den beiden Parteien ist längst zerrissen.

Und jetzt die anonyme Anzeige und das Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Untreue.

Am Freitag wendete sich dann Tobias Beckmann aus Ramsloh, der Rechtsanwalt von Marina Proksch-Park, in einem Schreiben an die NWZ. Darin wird unter anderem bestätigt, dass über die Verwendung einer Spende Streit zwischen seiner Mandantin und der Familie von Carl entstanden sei. Es gehe darin um die Zweckgebundenheit der Spende, also der ausschließlichen Verwendung für eine Delfintherapie.

„Richtig ist, dass unsere Mandantin für eine Reise nach Mallorca der Familie von Carl 2600 Euro € gezahlt hatte. Die Spende ist dann – auch auf ausdrücklichen Wunsch und im Auftrage des Spenders – für eine Delfintherapie eines anderen schwer erkrankten Kindes verwendet worden“, teilte Beckmann mit. Und weiter: „Sofern die Familienangehörigen des Carl allerdings der Ansicht seien, dass diesem der Geldbetrag, der von der Familie des Carl nicht verbraucht worden ist, zustehen würde, auch wenn die Therapie nicht durchgeführt werden würde, ist entgegenzuhalten, dass die Flugkraft gGmbH hierzu weder rechtlich verpflichtet und darüber hinaus stets an die Zweckgebundenheit der Spende in Absprache mit dem Spender gebunden ist.“ Beckmann selbst habe am Freitag mit dem Spender telefoniert. Dieser sei nach wie vor davon überzeugt, dass die Flugkraft gGmbH die Spende für eine Delfintherapie auch richtig verteilen würde, so der Anwalt.

Der Rechtsanwaltskanzlei sei von Mandantin Proksch-Park jetzt der Auftrag erteilt worden, nach Erhalt von Akteneinsicht gegen den Anzeigeerstatter/die Anzeigeerstatterin selbst Strafanzeige und Strafantrag wegen des Verdachtes der falschen Verdächtigung zu stellen.

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Flugkraft | Staatsanwaltschaft Oldenburg