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Wald:
Neuanfang nach Jahrhundertsturm

Friesoythe In Heimatfilmen existiert meist nur dieses eine Bild vom Förster: Mit seinem Jagdhund streift er durch die unberührte Natur, die Flinte hat er sich übergehängt. Er hat Zeit und Muße, mit seinem Fernglas die Bewohner des Waldes zu studieren und sich um verwaiste Rehkitze zu kümmern. Der Spannung wegen hat er es hin und wieder auch noch mit Wilderer zu tun.

Klaus Hoffmann, ehemaliger Revierförster beim Forstamt Cloppenburg, dessen Gebiet entlang der Thülsfelder Talsperre bis nach Neumarkhausen führte, muss lachen, wenn er davon hört. Er hat den Beruf, inklusive Lehrzeit, von 1948 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1992 ausgeübt. Als völlig verklärt will er diese romantische Einordnung seines Berufs nicht abtun. Im Gespräch wird aber deutlich, dass die Aufgaben eines Försters schon immer wesentlich vielschichtiger waren als von vielen gedacht. Vor allem aber ist der Förster ein Mann der Tat.

Hoffmann ist 82 Jahre alt und lebt heute in Friesoythe. Für den Wald ist nun sein Nachfolger zuständig. Im persönlichen Leben spielt der Wald aber auch weiterhin eine große Rolle. Die Gründe sind in der Kindheit zu suchen: „Mein Vater war von 1924 bis 1936 ebenfalls Revierförster in dem Bezirk, den ich 1965 übernommen habe. Aufgewachsen bin ich im Forsthaus in Augustendorf“, blickt Hoffmann zurück. Es ist ein Ort, an den er später mit Ehefrau Inge und den drei Kindern zurückkehren wird.

Erinnern Sie sich an das Orkantief „Quimburga“? Dann melden Sie sich bitte.

Es war der 13. November 1972 – ein Montag – als Orkantief „Quimburga“ über den Landkreis zog und eine Schneise der Verwüstung hinterließ. Die NWZ  titelte einen Tag später: „Orkan raste mit 200 Stundenkilometer über den zum Katastrophengebiet erklärten Kreis“. In dem Artikel heißt es weiter: „Zum Inferno wuchs sich gestern früh der mit 200 Stundenkilometer über den Landkreis rasende Sturm aus. Häuser stürzten ein und begruben Menschen unter sich, Bäume knickten wie Streichhölzer, wurden entwurzelt und zertrümmerten Autos, große Wohnwagen an der Talsperre wurden wie Spielzeug emporgehoben und davongetragen, Waldstücke gehören zum Teil der Vergangenheit an.“ Traurige Bilanz: Drei Tote und mehrere Schwerverletzte im Landkreis. Auch bei Aufräumarbeiten kamen Menschen ums Leben.

Erinnerungen Die NWZ -Redaktion Friesoythe möchte mehr von den dramatischen Stunden und den Tagen danach erfahren und bittet alle NWZ -Leser, die eine Geschichte zu dem Sturm erzählen können und auch interessante Bilder von den Sturmschäden haben, sich zu melden. Sie können ihre Erinnerungen und Bilder per E-Mail (red.friesoythe@nordwest-zeitung.de) oder per Brief (NWZ -Redaktion Friesoythe, Am Alten Hafen 12, 26169 Friesoythe) schicken, oder sich unter Telefon   04491/
99882900 melden.

Komplexer Beruf

Die Liebe zur Natur hatte sich auf den Sprössling übertragen. Der Berufswunsch stand früh fest. Nach der Mittleren Reife in Oldenburg – zeitweilig lebte die Familie in Sandkrug – begann Klaus Hoffmann im Alter von 17 Jahren mit seiner zweijährigen Lehrzeit. Es folgten eineinhalb Jahre Forstschule, die Hilfsförsterprüfung, zwei Jahre Vorbereitungszeit und dann erst die Prüfung zum Revierförster. „Förster zu werden, war immer schon immer ein komplexer Beruf“, sagt Hoffmann. Bis heute sind zahlreiche Sonderlehrgänge, etwa zu Vogel- und Naturschutz, Waldrand- und Gewässergestaltung, zu absolvieren. Anders ist dagegen, dass man heute Forstwirtschaft an der Fachhochschule studieren kann. „Leider kommt da der praktische Teil viel zu kurz“, bemängelt Hoffmann. Auch die Forstreform, die ab 1992 umgesetzt wurde, sei seiner Meinung nach nicht vorteilhaft gewesen: In Zuge dessen wurden Förstereien aufgelöst und die Förster aus dem Landkreis Cloppenburg dem Forstamt Alhorn unterstellt. Es kam zu Personalstreichungen und immer größer werdenden Waldgebieten, die seit dem von den Revierförstern betreut werden müssen.

Aufforstungsarbeiten waren ein Aufgabenbereich von Revierförster Hoffmann. „Rund Hundert Hektar sind in meiner Zeit in Augustendorf hinzugekommen.“ Die Bäume, die jetzt dem Gebiet um die Talsperre herum ihr charakteristisches Aussehen verleihen, besitzen in Wirklichkeit keine lange Tradition. „Mit Beginn der Industrialisierung im 16. Jahrhundert wurde der bestehende Eichen-Birken-Wald radikal abgeholzt. Ringsherum war nur Heide und Öde zu sehen“, beschreibt Hoffmann. Gefährlich war es außerdem: Durch die kahle Fläche konnte der Wind ungebremst den Sand aufwirbeln. Wanderdünen und Sandverwehungen waren keine Seltenheit.

Mammutprojekt

Erste Aufforstungen folgten ab dem Jahr 1880. Sie dauerten bis 1930 an. Ein Großteil der geleisteten Arbeit für den neuen Wald wurde wenige Jahrzehnte später binnen zwei Stunden zunichte gemacht. Der 13. November 1972 ist als der wohl schwärzeste Tag im Leben vieler Menschen aus der Region in die Geschichte eingegangen. Von sieben bis neun Uhr morgens zerstörte Orkantief „Quimburga“ weite Teile Niedersachsens. Betroffen war auch der Wald des Revierförsters: „740 Hektar Boden mussten danach neu aufgeforstet werden“, erinnert sich Klaus Hoffmann. Ein Mammutprojekt: Monate lang haben die Aufräumarbeiten gedauert. Gleichzeitig war es ein Neuanfang: Statt auf Monokulturen zu setzen, haben sie danach ganz im Sinne der ökologischen Forstwirtschaft Wert auf die Pflanzung mehrerer Sorten von Laubbäumen gelegt. Doch nicht nur der Sturm hat den Wald bedroht. „Bei einem Brand wurden 69 Hektar ein Raub der Flammen“, sagt Hoffmann. Zwölf Waldbrände hat er insgesamt miterlebt. „Fünf sind allein auf Brandstiftung zurückzuführen.“

Vor zwei Jahrzehnten wurde Klaus Hoffmann pensioniert. Um Pflege und Erhalt, Holzverkauf, Wegebau und Regulierung der Wildbestände im Wald kümmert sich sein Nachfolger Onno Striowsky.

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