Talkrunde:
„Noch keinen lachenden Vegetarier gesehen“

Bayern-Präsident Hoeneß beschränkt „Abteilung Attacke“ nicht nur auf den Fußball-Bereich

Der Bayern-Boss trat am Montagabend vor 750 geladenen Gästen in der Cloppenburger Stadthalle auf. Organisiert hatte die Talkrunde die Genossenschaft „GSagri“.

Cloppenburg Der Mann gibt wirklich zu allem seinen Senf dazu: Uli Hoeneß, Wurstfabrikant und Präsident des FC Bayern München, hat am Montagabend bei einer von der landwirtschaftlichen Genossenschaft „GSagri“ organisierten Talkrunde in der Cloppenburger Stadthalle eindrucksvoll bewiesen, dass er die „Abteilung Attacke“ nicht nur auf den Fußball beschränkt.

„Ich habe noch keinen Vegetarier gesehen, der gelacht hat. Die sind schlecht gelaunt, weil sie sich jeden Tag damit beschäftigen, was sie nicht essen sollen. Ich dagegen habe Spaß, weil ich dauernd daran denke, was ich alles essen kann“, polterte Hoeneß vor 750 geladenen Gästen.

Einmal richtig in Fahrt, flogen die nächsten Giftpfeile Richtung Biobranche. „Jeder soll Bio essen, aber mich damit in Ruhe lassen. Wenn ich Bio esse, werde ich keinen Tag älter.“ Wer Fleisch essen wolle, müsse ein Tier töten – so einfach sei das. „Es ist noch niemandem gelungen, auch den Biofetischisten nicht, ein Schwein totzuschreien.“

Unterstützung erhielt Hoeneß vom ärztlichen Direktor des Cloppenburger Krankenhauses, Professor Dr. Joachim Schrader – übrigens bekennender Bayern-Fan. Die Lebensmittel-Debatte sei bewusst von „einer politischen Richtung gesteuert“, die nach dem beschlossenen Atomausstieg ihr Hauptbetätigungsfeld verloren habe.

Bernd Meerpohl, Chef des weltweit führenden Stallausrüsters „Big Dutchman“ (Calveslage), betonte als dritter Diskutant auf dem Podium wie Hoeneß die Bedeutung von guten Mitarbeitern, die sich mit dem Unternehmen identifizierten. Hoeneß: „Durch die Einbindung von ehemaligen Spielern ist das bei uns gut gelungen.“

Stichwort Personal: Den Namen seines ersten Lehrlings gab derweil Landwirt Hubertus Meyer – der zugleich Vorstandsvorsitzender von GSagri ist – preis. „Franz-Josef Holzenkamp, heute Bundestagsabgeordneter, war bei mir zur Ausbildung.“

Hoeneß nahm als Stargast der Talkrunde zum Thema „Leistung, Leidenschaft, Erfolg – Sport trifft (Land)-Wirtschaft“ im Übrigen kein Honorar. Stattdessen fordert der Bayern-Macher seit Jahren seine Gastgeber auf, für den guten Zweck zu spenden. So gab auch GSagri einen Betrag in unbekannter Höhe an die Stiftung „Antenne Bayern hilft“, die sich um Einzelschicksale und soziale Projekte kümmert. Hoeneß: „Jeder, der auf der Sonnenseite des Lebens steht, hat die Pflicht, etwas zurückzugeben.“

Einen drauf setzte noch der Garreler Unternehmer Reinhard Voßmann („Eichkamp“), der einen Ball mit allen Bayern-Unterschriften für 3000 Euro ersteigerte.


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Leserkommentare

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  konfessor 30.11.2012, 18:38:46
Vielleicht sollte er, statt immer nur daran zu denken was er alles essen kann, einmal darüber nachdenken, wieviele Kinder es auf der Welt gibt, die froh wären, einmal am Tage einen Teller Suppe zu bekommen.
  zZony 28.11.2012, 14:51:58
Wenn der dicke Mann im KH liegt mit Bluthochdruck, Herzinfakt und Diabetes lacht er nicht mehr
  schillinger.viola 28.11.2012, 12:03:24
Stellen Sie sich vor, ich als Vegetarier lache sehr viel, derweil habe ich von meiner Geburt an noch nie Fleisch oder Wurst gegessen. Wahrscheinlich habe ich deshalb eine so gute Gesundheit und einen so guten Humor.
Worüber ich allerdings nicht lachen kann, sind Witze über Minderheiten (Ausländer, Vegetarier, Behinderte), solche "Witze" sind nicht nur niveaulos und "unschick" sondern auch absolut blamabel für den, der sie (noch dazu vor so vielen Menschen) reißt.
Bin ich froh, dass ich gebildet aufwuchs und somit es nicht nötig habe, über solcherlei Witze zu lachen, es gibt genug andere, niveauvolle Witze.
  hannes.wurst 28.11.2012, 00:11:35
Für einige Ausländer gelten ganze Nationen als humorlos und vor allem eine, der man nachsagt, daß sie als einziges Volk auf der Welt sogar ihre Unterwäsche bügelt. Hier leben aber mehrheitlich Karnisten!

Nun also bläst der Würstchenfabrikant und Bayern-München Präsident Uli Hoenes in Cloppenburg und unter Gleichgesinnten verbal gegen „Vegetarier“ und „Biofetischisten“.

Nicht ganz so humorvoll schien der Würstchenfabrikant Uli Hoenes im Jahr 2010 den Vorwurf der Gewerkschaft NGG zu nehmen.
Zitat:
„Laut NGG würde den Beschäftigten von HoWe (Uli Hoenes Würstchen), Lieferant der Discounter Aldi, Plus und Netto, lediglich ein Hungerlohn gezahlt, Leiharbeiter würden verstärkt eingesetzt und ein Betriebsrat für die Beschäftigten existiere nicht“.

Na sowas, aber Herr Hoenes natürlich in bester Gesellschaft. So etwas würde es bei Bayer-München oder in südoldenburger Schlachthöfen nicht geben,... .

Aber Schwamm drüber, läuft halt nicht immer so und gelacht wird heute und das mit Uli und wir nehmen uns noch ein Würstchen.

Aber Vegetarier leben tatsächlich länger. Google doch mal, nur so aus Spaß.


H. Wurst

  norbaer 27.11.2012, 22:45:58
Das ist eine sehr dumme und unrichtige Aussage, die der Herr Hoeneß da über die Vegetarier von sich gegeben hat. Ich hoffe, das er nicht zu viel Rindfleisch gegessen hat, als BSE modern war.
Also im ernst, ich esse zwar manchmal Fleisch, meine Liebste allerdings nicht und ich kann nicht behaupten, das wir keinen Spaß im und am Leben haben. Wir lachen im Gegenteil sogar sehr viel.

Über den Autor

Carsten Mensing

Cloppenburg
Redaktion Münsterland
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