• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

„Phönix“ soll Übergewichtigen Neustart ermöglichen

19.02.2014
NWZonline.de NWZonline 2015-07-21T12:08:06Z 280 158

Medizin:
„Phönix“ soll Übergewichtigen Neustart ermöglichen

Friesoythe Übergewicht ist eine Volkskrankheit, sagt Dr. Ralf Weise vom St. Marienhospital Friesoythe. 50 Prozent der deutschen Bevölkerung seien übergewichtig, drei bis vier Prozent sogar krankhaft übergewichtig. Um Letztere kümmert sich das Marienkrankenhaus in besonderem Maße. 2007 wurde eigens das Adipositas-Zentrum Nord-West gegründet, das von Dr. Weise geleitet wird. Es ist eines der fünf größten Einrichtungen dieser Art in Deutschland. 250 Operationen – von Magen-Bypässen bis Magenbänder – werden in diesem Jahr in Friesoythe durchgeführt werden, schätzt der Chefarzt der Chirurgischen Abteilung.

Doch nicht jeder Übergewichtige wird für eine OP zugelassen. Nur wer extrem fettleibig ist, hat die Chance auf eine Kostenzusage der Krankenkasse. Für alle, die unter einem bestimmten Wert liegen, aber dennoch sehr übergewichtig sind, ist ein operativer Eingriff nahezu ausgeschlossen.

Doch für diesen Personenkreis gibt es künftig am Friesoyther Krankenhaus ein zur Operation alternatives Therapiekonzept. „Phönix“ heißt dieses und ist nach Angaben von Dr. Weise einmalig in Deutschland. Es handelt sich um ein multimodulares Programm, das den Patienten einen Neuanfang ermöglichen soll. Drei Module umfasst das Konzept: Ernährungsberatung, Fitnesstraining und kognitives Training.

Vor allem der dritte Aspekt ist neu. Weise: „Hier geht es nicht um klassische Verhaltenstherapie.“ Ziel des Trainings sei, die Selbstkontrolle zu stärken, um so den „inneren Schweinehund“ besser zu überwinden. „Um mich selber in den Griff zu bekommen, brauche ich ein gewisses Maß an Konzentrationsfähigkeit. Das soll geschult werden“, sagt Annika Meyerhoff, die das Konzept als Ernährungsberaterin begleitet.

Das kognitive Training wurde gemeinsam mit der Uni Oldenburg erarbeitet. Zwei Studenten der Fakultät VI, Medizin und Gesundheitswissenschaft, werden das auf sechs Monate ausgelegte Projekt begleiten und das „Vorher-Nachher“ der Patienten analysieren. Zudem möchte ein Mediziner des Vareler Krankenhauses seine Doktorarbeit über das „Phönix-Projekt“ verfassen.

Im April soll das Vorhaben gestartet werden. Derzeit ist das Hospital auf der Suche nach Teilnehmern. 36 Personen werden benötigt, 13 haben schon ihre Zusage gegeben. Mitmachen kann jeder, der einen BMI (body mass index) von über 30 hat und mindestens 22 Jahre alt ist. Zudem sollte man im Umkreis von 30 Kilometern von Friesoythe wohnen, da zweimal in der Woche ein Training stattfindet. Kosten: rund 25 Euro im Monat. Interessierte können sich ab sofort unter Telefon   04491/940778 oder b.halbach-mueller@marienstift-friesoythe.de anmelden.