Statistik:
Verpächter kassieren 22 Millionen Euro

Preise für Flächen steigen weiterhin stark an – Aus Land- werden Energiewirte – Konzentration

Die Hälfte der niedersächsischen Puten steht im Landkreis Cloppenburg. Viele Ställe befinden sich in Garrel, Bösel, Friesoythe und Emstek.

KREIS CLOPPENBURG Viele Landwirte werden Energiewirte. Auch wegen der Biogasanlagen steigen die Pachtpreise. Das ergibt sich aus den Landwirtschaftszahlen, die jetzt das Landesamt für Statistik veröffentlicht hat. Am meisten profitieren davon die Verpächter der landwirtschaftlichen Nutzflächen. Allein im Kreis Cloppenburg kassieren sie 22 Millionen Euro im Jahr an Pacht.

Trend zur Spezialisierung

Die landwirtschaftlichen Betriebe entwickeln sich weiterhin dynamisch mit einem Trend zur Spezialisierung. Die Anzahl der Betriebe nimmt weiter ab, während die Flächenausstattung der verbleibenden Betriebe anwächst.

Die Pachtpreise steigen auf hohem Niveau immer noch an: In Gebieten mit großer Flächennachfrage wie in den westlichen Kreisen des Landes bewegen sie sich bundesweit auf Spitzenniveau. Im Kreis Cloppenburg werden für 40 424 Hektar Pachtland (von 74 654 Hektar gesamter Fläche) im Schnitt je 541 Euro gezahlt; für Ackerland noch deutlich mehr. 516 Euro sind es im Kreis Vechta.

Flächenwachstum

Das Flächenwachstum erfolgt zumeist durch Flächenpacht: in Niedersachsen waren 52 Prozent der bewirtschafteten Flächen durchschnittlich gepachtet. Im Durchschnitt aller Pachtverträge zahlt ein Betrieb 307 Euro pro Hektar landwirtschaftlicher Fläche: 351 Euro für Ackerland und 189 Euro für Dauergrünland.

Die Pachtpreise sind vor allem in den vergangenen Jahren enorm gestiegen: Der Pachtpreis für Flächen, die in den vergangenen zwei Jahren gepachtet wurden, liegt pro Hektar um 89 Euro höher als der Durchschnittspachtpreis.

In 21 093 niedersächsischen Betrieben (51 Prozent aller Betriebe) werden insgesamt 2,48 Mio. Rinder gehalten (Deutschland: 12,53 Mio.), also 118 Rinder pro Betrieb. Im Kreis Cloppenburg halten 1074 Betriebe 149 886 Rinder, ein Viertel davon in der Stadt Friesoythe. (Vechta: 725/ 120 607). Die weitere Abnahme ist auf die Steigerung der Milch- bzw. Fleischleistung pro Tier zurückzuführen. Milchbetriebe melken im Schnitt 58 Kühe.

Konzentrationsprozess

In 10 990 Betrieben Niedersachsens (26 Prozent aller Betriebe) werden insgesamt 8,4 Mio. Schweine gehalten (Deutschland: 27,57 Mio.), im Schnitt 767 pro Betrieb. Im Kreis Cloppenburg liegt dieser Wert bei 1107 Betrieben mit 1,242 Mio. Schweinen leicht höher (Kreis Vechta: 797/ 1,059 Mio.). Die Schweineproduktion unterliegt einem starken regionalen Konzentrationsprozess: Während in den meisten Bundesländern die Zahl der Schweine sinkt, ist in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein das Gegenteil der Fall. Allerdings ist dieser Trend nur bei der Schweinemast zu verzeichnen. Die Zahl der Schweine insgesamt nahm zwischen 2007 und 2010 um drei Prozent zu, während die Zahl der Zuchtsauen um fünf Prozent sank. Das Ferkeldefizit wird größer.

Wenige Hähnchen im Emsland

Mit 50,64 Mio. Stück werden in Niedersachsen etwa 44 Prozent aller deutschen Hühner gehalten. 2010 haben sich die Verhältnisse deutlich zugunsten der Masthähnchenhaltung (plus 15,6 Prozent) und zu Lasten der Legehennenhaltung (minus 15,8 Prozent) verschoben, was auf das Verbot der Käfighaltung zurückzuführen ist. 171 Betriebe haben im Kreis Cloppenburg 5,6 Mio. Hühner (Vechta: 176/6,8 Mio.). Jeweils über eine Mio. Hühner gibt es in Lohne (nur 21 Betriebe), Visbek, vor allem aber in Friesoythe (1,96 Mio. in 58 Betrieben). Die politisch im Emsland gepflegte Aussage mit einem Bestand von mehr als 30 Mio. allein an Masthähnchen ist eine Mär. Dort gibt es nur 15,3 Mio. Hühner, einschließlich der Legehennen.

Die Haltung von Puten ist weniger verbreitet, aber ebenfalls stark konzentriert. Von 389 Betrieben werden 4,9 Mio. Truthühner gehalten (Deutschland: 11,34 Mio.), knapp 90 Prozent in den 189 Betrieben mit 10 000 Truthühnern oder mehr, die sich überwiegend (161 Betriebe) im ehemaligen Regierungsbezirk Weser-Ems befinden. Seit 2007 sank die Zahl der Puten in Niedersachsen um 8,2 Prozent. Die Hälfte der niedersächsischen Puten wird im Kreis Cloppenburg gemästet – vor allem in Garrel, aber auch in Bösel, Friesoythe und Emstek.

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